Remaraweng BoarischWortschatz Salz in der alltäglich faden Sprachsuppe Alternativwörter zu norddeutschen und überstrapazierten Ausdrücken |
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Die süddeutsche Hochsprache und vor allem
die bairischen Mundarten bieten eine oft unterschätzte Vielzahl an
Ausdrucksweisen und Wortschatz im Vergleich zu dem häufig einfallslosen und
monotonen Nordhochdeutschen. Geprägt mit seinen Färbungsnuancen, Zwischentönen
und Wortbildungsmöglichkeiten, seinem Satzbau und nicht zuletzt
tiefreichenden Wurzeln, die bis in die Antike zurückreichen – verschafft
Bairisch einen hochwertigen Sprachreichtum. Zu bedauern sind diejenigen, die
nur über eine simple, phantasielose und gefühlslose vernorddeutschte
Einheitsbreisprache verfügen.
Nehmen wir als prägnantes Beispiel das
allgegenwärtige, überstrapazierte norddeutsche Wort „toll“ – das Süddeutsche/Bairische bietet im
Gegensatz dazu (siehe unten) eine umfangreiche Palette, die dem
Sprecher als Wortschatz und Ausdrucksformen zur Verfügung stehen. |
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statt
(violett = allgemeines
Hochdeutsch) (rot =
Nordhochdeutsch) |
wiâ waar’s mid? |
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abgekommen, verschwunden |
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Angeber, Prahler, Aufschneider |
Ånduscha,
Schatza, Dåmpfblodahefn,
honaggisch, |
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Anwohner |
Anrainer
(kommt von rain = angrenzen) |
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Appetit machen, locken |
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ärgern |
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ausflippen |
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bereden, besprechen, diskutieren |
(vgl. plaudern) |
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Båschz, Buzerl, Pamperl, Butzerl, Datl, d Kloa, Poppei, Putzei, Wuzei (Kleinkinder), Zwergerl, Zwutschkerl |
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kindsn, Kina hiatn |
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bekleckern, besudeln |
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bequem |
griabig, gschmoh, zünftig (zinfti), kommod |
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bescheuert, blöde (mehr) |
blöd (bled), antritschgert (auntritschgat), deppert (Steigerungen: brunzbled, saubled, mordsdeppert etc.) |
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betrügen, beschwindeln |
ausschmieren, bedageln / betaggln, betackön
/ betackeln,
bscheißn, blitzn, einlegen, jemanden übers Ohr hauen, mankln,
pratzln (bratzln),
prellen, schlengen ummèhé(b) |
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bitter, scharf |
hantig
(hanti), rass |
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bloß, nur |
"Des kost netta fuchzg Cent" = "Das kostet nur fünfzig Cent" Heirat´
netta nia an Jaga - |
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bitte schön |
sengs Gott (als Antwort auf
vagelts
Gott) |
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Bottich |
Boding, Eimer, Faß,
Kübel (Kiwi), Pitschn, Schaffel /
Schaffl, Söchta, Strutzn, Zuber (Zuwi) |
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danke schön |
vagelts
Gott (vàgäidsgod/vagöitsgod) |
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Bündel, Pack |
Binkl / Binkal, Riedel (auch Hügel) |
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einen Deal machen |
ausschnopsen |
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Dummkopf |
Depp, Halawachl, Happadidl (Happal - schwache Person, unbeholfenes Kind), Heamp (Dummkopf, derber Kerl) |
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Durcheinander |
Remasuri, Ballawatsch |
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eilig / sich eilen |
dråwig (tråwig),
gneadig bzw. gnedig, schleinig, schlauna,
husig (husi), tummeln/tummön |
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etliche, einige |
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erschrocken |
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flirten |
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frech, vorlaut |
gschnappig [gschnabbig], gfotzert [gfoddsad], goschert [goschsad] |
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Friedhof |
Freithof
(mhd. frîthof = "gefreiter Platz"), |
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geil sein, lüstern |
amerig, Blang, boazig, glangrig sein, dampfig sein, gamarig, gamsig sein, glimmig, behrat / berad, ranzig |
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Gesundheit! |
helf Gott! (häifgod!) Antwort darauf „Sengs God!” |
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glitschig / spiegelglatt |
hai
(hei, häu, häul, heiö) |
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ruachig, an Ruach haben; ruachln, Siach / Siachleng(t) (Geizhals, Ausbeuter, ein besitz-, hab- u. geldgieriger Mensch) Z.B. „siachische”, „so a Siach” |
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geworfen (sich werfen) |
draat (dràhn), gworfa (weafan), gstraaht (strààn), baut (bauan), gschlenzt (schlenzen), highaut (hĩhauen), zrissn (zerreißen), körbet (körbeln), gschleidert (schleidern), gschmissen (schmeißen), gstrullert (strullern), gstaangelt (gstàngelt), gschlenzt (schlenzen) - (siehe auch Kolumne „Maßgeschneidert” vom Herbert Schneider zum Thema im Münchner Merkur)
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Frazn / Frozn, Flenntaschn (häufig weinendes Kind), Grast (derb), Gschropp (kleines Kind, verächtlich) |
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Griesgram, Miesepeter, Sauertopf, Nieselpriem |
Granthauer, der Grantler / die Grantlerin, der Grantscherben, Zwiderwurzn |
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Hemd |
Pfoad, Hemad |
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hör mal zu (mehr über das Unwort mal) |
loos amal zua (loos du
amoi zua) |
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huckepack tragen |
Rückengestell vgl. buckelkraxen (huckepack) Als Buckelkraxe bezeichnet man im Alpenraum einen "Rückentrage". Es handelt sich um eine Zusammensetzung aus Buckel (Rücken) und Kraxe (Traggestell). Eine Kraxe oder Kraxn ist auch ein altersschwaches Auto, Schrotthaufen auf Rädern, wird verächtlich auch allgemein auf Autos angewandt. "Mit dera Kraxn kummst nie nach Minga" |
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Bichel, Bichl, Buckl, Bugl, Heach, Hechtl, Mugl |
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I-Tüpfelchen, Tüpfelchen auf dem i; Sahnehäubchen (im Sinne von "Krönung einer Leistung", "das letzte was fehlt") |
I-Tipferl; Schlagobersgupf, Schlagrahmgupf |
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irgendwo |
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Jauche oder Gülle |
Hüling, Hilling (mhd. hüll(we) = Pfütze) - (Hiileŋ) Mistsühling - (Missiŋ oder Missliŋ) Odel / Adel (mhd. atel = Morast, schlammiges Wasser) - (oodl, åådl) Sühling - (Sii-iŋ oder Siileŋ) Suling / Suling - (Sui-iŋ oder Suuleŋ) Seu (mhd. sûr) - (Suur / Suar, Sui, Surm) Suppn - (Subbm) Zogga - (Zogga) - Südtirol |
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sehr kalt |
zahnig, zapfig, huschi-kalt die bummerische Kältn (klirrend halt) griesgramen, gritzgramen (ahd. grisgramôn = mit den Zähnen knirschen) friasn, fräisn, froisn, fruisan (ahd. friosan, friusan = frieren) |
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kapieren
schnallen, fressen |
gneißn, kneißen, schnoizn, spannen, übernosern /
übanosan, überreißen |
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Kinder (und nicht „Kids“ |
Bauxerl, Buzerl, Bambs/Bams (Pl. Bamsen), Bamberl, Bamperletzsch (Pl. Bamperletsche), Buam (Pl. Buam oder Buama) und Madln, Datl, Gschråppm, Kinna / Kinner, d Kloa, Wuzerl / Wuzei (Kleinkinder) (Pl. Wuzerln), Schlitta oder Gschlitta, Voika |
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klar (beim Wetter) |
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klauen, etwas mitgehen lassen |
(im Sinnen von etwas mitgehen lassen bzw. stehlen): abstauben, hinunter-, abhinbiegen (owi-, nunterbiang), dààchln/dààchen (von Daachl = Dohle), dàmisch hauen, datschen, dàtschen, ditschen, kràmpfeln, druckn, zwickn
(in der Bedeutung ,Kleinigkeiten wie Platzl auf listige Weise an sich bringen): gripsen, mopsen, mausen, stibitzen |
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einen Knall haben
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statt „Der hat einen Knall”: „Dea (oda die) håt..” ...an Depscha (=Delle) ... an Hib (=Hieb) ...an Huscha (Huscher) ...an Pecka (Stoß, Schlag) ...an Poscha (Klatschender Laut) ...an Klopfn oda an Duscha (lauter Schall, Knall) |
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kritisieren, bemängeln |
meutan (schimpfen),
motschkan |
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Gamshuaberlgschnas |
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fâd, lätschert, lob / låb, trietschert, |
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Lärm, Krach |
Gflöda (Gezeter), Gsteam, Gstama |
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ledig |
oaspânni, oarschichtig / oaschichtig |
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leeres Gerede, „Vielredner“ |
Brezetta (Vielredner),
brezettan (viel reden), Dampfbladera,
Blefdarach resp. Blefdarer (von „blefdan“ = viel reden),
Geschwaflad, Gesudarat,
Gwascht, schwofeln,
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deng / denk, teng / tenk (mhd. tenk ggf. aus germanisch pankuz) linkshändig oder ungeschickt heißt deshalb tengasch / tenkisch |
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Gspusi,
Kunt (mhd. kund = befreundet,
bekannt),
Kunterling, Tschamstara/Gschamstara (m) |
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loben, preisen |
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etwas locker schaffen |
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Mädels,
Mädchen |
Mädl/Mädel, Madl/Madel, Madei (Mehrzahl: die Mädeln, Madeln, -) Dearndl, Dirndl, Dirndei Mötz (pinzg., pong.) (Mehrzahl: die Mötzn) |
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manches |
adiam
(diam), adiam oâ |
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adiamoi
(adiam amåi), a diam |
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Maulwurf |
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die meisten |
mehran (die Mehreren) |
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meckern, jammern |
benzn, megatzn, knaungatzn,
jeian (jeiern), sudern |
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Meerrettich |
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mickrig |
wieslharig,
sperbradig (vgl. sper + bradig),
Pàmperl-, Bemperl- (klein, minderwertig, verachtenswert, kläglich, ärmlich) |
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möglicherweise |
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nett |
bagschierlich, butzig, danschig, gschafti goidig, gschmoh, gschtiascht, gspezig, liab, zeam |
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Neunmalklug, Besserwisser |
siebengescheit (siemgscheid), gscheitmeierisch, Gscheiterl, Gescheitling Gscheiderl, Gscheidling), Gscheithaferl |
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Petze |
Britschn, Britschhaferl, Verklaghaferl |
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pflücken |
brocken (brockn / brouckn) (obrocka |
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praktisch |
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Pfütze |
Latschn,
Lachen/Lacha (Wåssalacha), Lackei |
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Pulle |
Flasche |
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klatschen, quasseln, redselig sein, klatschen, plaudern |
blefdan viel
reden, meist sinnloses Zeug fasln daherreden; auch herumhupfen foafln Unsinn schwätzen (sprachlich verwandt mit den Foafln, eingetropften Mehlklumpen in der Farfelsuppe) gschatzig sein (Geschatzad
/ Gschatzad = Gerede, Plauderei) ein Gschwaflad/Gsudarat/Gwascht reden gschmatzig hoagaschdn (gemütlich plaudern, vom Gespräch im Heimgarten, wo in früheren Zeiten der neueste Ratsch ausgetauscht wurde) lari fari leeres Zeug, Schmäh, Gerede Ein
Modlat reden dummes Gerede
ratschn/ratschen (schnell reden / viel reden; harmloser Plausch, Klatsch) schwådan, schwåfln/schwofeln, schwanan faseln, leeres Zeug reden, einen Rede- oder Wasserschwall loslassen Ein Schwodara [schwɔdara] gibt unaufhörlich Schwodaweach [schwɔdaweach] (unnützes Gerede) von sich. tratschn/tratschen |
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rauh, spitzig, stechend |
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Regen (da Reng) [(h)rεεn] oder [reeŋ)]
zu regnen
Schnee [schnεε] zu schneien [schnaim] (mhd snîwen)
Partizip (geschnieen) geschneiwet [gschnaibbd], [gschniim] |
Nicht nur das Wetter allgemein sondern auch das Gewitter wird mundartlich Wetter ([weeda] oder [wεεda]) genannt. Es wird durch Wetterleuchten [weedalaichdn], auch himmezen [himmedsn] oder himmelkühlen [himmekia-en] bzw. 'Himmel abkühlen' [himme okian]) oder Wedableggitzn angekündigt. Das Blitzen [bliddsn] heißt Himmezen (oder Himmelitzen), das Donnern wird als [doachdn] bezeichnet. Für die feinen Abstufen von Regen gibt's einen ausgeprägten Wortschatz: leichter, sanfter Regen drepfeln, drippeln (tröpfeln) (ganz leichter, sanfter Regen) fisln, fiseln (kleinweise regnen oder schnenen) griasln (tröpfeln, leicht regnen oder schneien) - mhd. riselen, abgeleitet von risen = steigen, fallen nassln (Nässe absondern, ganz leicht regnen,
Biedergehen von Nebeltröpfeln) (siehe auch „netzn“) nieseln oder neiseln (ganz leicht regnen, nächste Stufe v. nassln) nebeln [nεεwen] oder nebelreißen [nεεweraissn] (ganz feiner Regen) fetzen (in großen Flocken schneien)
mittelstarker Regen prasseln (ausdauernder, nicht allzu heftiger Regen) es gießt wie mit Schaffeln (in Stömen)
heftiger Regen brezln (prasseln bzw. tropfen, in Strömen regnen) brunzen (vgl. pinkeln) „es bruntz wie die Sau“ drintawerfen (gleichzeitig regnen und schneien) duschn (stark regnen) „a Duschara“ flessln (stark regnen) „heut flesslts owa“ giassn (starker Regenfall, wie aus einer Gießkanne) kibeln / kübeln (sehr heftiger Regen, bei dem bildlich Kübel geleert werden) Kittlwascher / Kittlwascha (plötzlich heftiger Regenguß) pladdern (wie herunterprasseln) sedan (stark regnen) a
Sedara
(ist ein Regenguß) Schütterer (plötzlich heftiger Regenguß) schledan (stark regnen, verschütten) schwådan (einen Rede- oder Wasserschwall loslassen)
sudln / sudeln [mhd. sudelen = beschmutzen] (heftig rinnen, in Strömen regnen) obaspratzln, obaschwoam (stark regnen, verschütten) tatschln „heut tatschlts oba“
Übergangl (kräftiger Regen, der rasch vorübergeht)
Dauerregen pritschln (ausdauernder nicht allzu heftiger Regen)
soacha (kraftvoller
Dauerregen)
Hagel [hɔɔgln] baißeln [boassln] prealn [prealn] (Kainachtal) schauern [schauan] schäuern [schaian] riseln [riisln] schlossen [schlossn] stoandeln [schdoandln] "steindeln"
Graupeln [graubben] aprilen [ɔɔbrεin] riseln [riisln] schneebaißeln [schnεεboassln] schneiberl [schneibial] - leichter Schneefall
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rückwärts, nach rückwärts schreitend |
arschlan, arschling (zu Arsch, mhd. u. ahd. ars = ursprünglich in Bedeutung von Erhebung) |
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hutschen bzw. Hutsche |
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fruatig, fruatlings, gach, hurtig,
husig, gschwind, schleinig |
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schuften |
baraban |
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(
Die Redewendung „das
ist mir schnuppe“
ist entstanden, um etwas als wertlos und gleichgültig (wie ein solches
Dochtende) abzutun |
wurscht sein, egal sein |
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(siehe Kap. 13
von Bairisch gredt) |
arg, enz, ereg, fürchtig, ganz,
grimmig, haftig,
hübsch (hibbsch), mâchti (mächtig), mentschan/mentschern/menddisch, narrisch
nutz, recht, örig, sakrisch/saggarisch/sàggrisch, sauwa (sauber), selten, unbandig, upoasch/
uboasch/ubascht, woita/woidan |
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Single (engl.) |
Oarschichtiger/Oaschichtiga, Oaspânniga |
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spalten |
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Spaß, Ablenkung, Belustigung, Kurzweil, Vergnügen, Zeitvertreib, Zerstreuung |
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spicken, spähen (z.B., Unterschleif bei Prüfungen) |
luren,
spechten, spitzen vgl. hochsprachlich abkupfern , womit ursprünglich ’einen Kupferstich vervielfältigen‘ gemeint war |
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spotten, bespötteln, veräppeln |
brocken, dableckn,
pflanzn,
feanzn, häkln, heanzn, obleamen, lappetzen |
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süß (lieb) |
(das Gegenteil von „süß” ist „sauer” - und „süß” ist aménd eine Zuckerwatte, niemals aber ein Kind, ein Madl oder eine Sache) butzig, danschig, goidig, gschmoh, gschtiascht, liab, zeam |
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stehlen, entwenden |
fladan / fleddern / fladern, grabsn, krampfln, stassn, sabralisirn |
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super, toll |
bärig,
bfundig/pfundig, gwanddt (qwant), griawi, zünftig (zimfti), zeam, lusti, großartig |
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Staffel (bair. Staffe) |
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Topf |
Biadra, Budschn/Butschn,
Eimer, Gazl, Kanne, Hafen, Hâferl, Kübel (Kiwi), Pfanne,
Reindl, Schaff,
Schnadelfäflein, Schüssel, Tiegel (Tegel), Weidling, Zuber |
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tollpatschig Tollpatsch |
dolgat (dôiggat,
tolkert),
deppert Happadidl (Happal - schwache Person, unbeholfenes Kind) Heamp (Dummkopf, derber Kerl) Pompaletsch (von ital. bamboleggiare: sich kindisch benehmen) |
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(hin-) deixn, mankeln |
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Treppe |
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Treppen (-haus) |
Stiegen
(-haus) |
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verpfuschen |
vadua, vagrodn
(mißlungen/mißraten), vamurksn (vermurxen), vamasseln (vermasseln) |
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Sackerl, Packerl, Beutel, Stanitzl, Schamitzl (aus festerem Papier bestehendes, meist trichterförmige hergestelltes Verpackungsmittel, in das etw. hineingetan werden kann), Rogel (Oberpfalz/Nbay), Guckern (Tirschenreuth), Gstatl (Friedberg) |
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ella,
erla („erla Gäid/Göd“ = viel
Geld) häufti (viel, oft) unaschtig (sehr viel, sehr groß, usw. – „unaschtig
viel Obst“, „unaschtig viele Fremde“) uglaxnt
(außerordentlich, auffällig,
übertrieben, extrem – „uglaxnt viel Geld haben“, Ein uglaxnt extremes
Wetter“) |
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Birigstecken oder
Bergstecken: Bergsteiger-Stecken
Almstecken: für die Almleut
Stahelstecken: für die Schützen u. Jäger („Stahel“ ist die Bezeichnung für die
Armbrust) Alpenstange, starker Stecken Ein Hoamtreiber ist ein Stecken aus Haselnuß, um das Vieh von der Weiden heimzutrieben. |
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Warmduscher, Weichei,
Sitzendpinkler, Tölpel, Pantoffelheld |
Breznsoizer, Hemadpiesler, Hennaling (von "Henne), Hosndrädrä, Hosnpiesler, Hosnsoacha, Laberl, Lackel, Lahmlack, Loamlack, Laddiel / Lattierl, Lahmarsch, Lalli, Laffe, Lapp, Wappler |
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Randl / Randel (kleiner Zeitraum, kurze Dauer, z.B. "Bleima no a Rantl, hiaz weards erscht lusti!"); boadn / beidn ("Beid / boad a weng" = "Warte ein wenig") |
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hrean / rean / rehrn / reahrn (laut weinen), flennen, dreatschn/trentschen, grein/greinen (greascht = geweint), blazzn (heftig weinen), keachn (heulen, von keuchen), plärrn (brüllen, heulen), platzn (heulen), rotzn (von Rotz) |
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Gscheithaferl, Gschaftlhuber / Gschaftlhuba, Gscheitmeier / Gscheitmeia, Gscheitwaschl, Wichtigmacher |
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ziemlich, wirklich |
woiddan
(auch „woidan“, „woitan“, „woita“ oder „woata“) |
Tabelle 1- Miniglossar (Hoch-/Norddeutschà
Bairisch) von alternativen Wörtern und Wendungen – es muß nicht immer
„sehr“ und „toll“ heißen! – Worte zum täglichen
Gebrauch
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wiâ waar’s mid? |
Allgemeines Hochdeutsch (rot = Nord-Hochdeutsch) |
zum Beispiel |
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abich, awich, avich aim, aimd, aims, aim(er)isch, naimisch, awech, awich, awicha, aweacha, aiweach, gawisch, gewisch, iwisch, gaichad, maichad, mächad, echad, naiwicht [ahd. abich = verkehrt] |
verkehrt (links statt rechts); Innenseite eines Stoffes; mit der verkehrten Hand
awich sein = zwider bzw./ grantig sein, ungutes Verhalten
haislawich = besonders ekelhaft |
„de awichane Seitn (die verkehrte oder rückwärtige Seite)" „avich und hrecht" „aimische Hent“(‚Handrücken‘) „af de mächad Seitn" (‚auf der falschen Seite‘) „Du bist an den Aweachan kemma“? ( ‚Du bist an den Unrechten gekommen‘) „Dees is da aweche Weg“? (‚Das ist der falsche Weg‘) |
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adiam (diam) adiam amoi
a diam, an diam, diam, (a) diamol/diamoi, diamoln/diamoin, diemalen
[lat. ad diem] |
manches, manchmal „adiam is“ = „heute ist“; (siehe auch iawaramoi) |
Na, Heißin. Glück han i
wohl a diam g'habt, aba da Verstand hat ma no öfter helfen müass'n. (Der Jagerloisl, L. Thoma)
A diam is, als kam aus da Höh’, vo hoamlinga Musi a Klang, a diam is, als kam übern Schnee, vo
z’weitest a hoamlinga G’sang (Heilige Nacht,
L. Thoma) „Mei, derfst dir ja grad
oane außasuacha, die wo a so is“, meint sie; „waar oft a diam oane
froh, bals in an scheen' Hof eine kaam“ (Madam
Bäuerin, L. Christ) Adiam amåi (hie und da, manchmal) Adiam oâ (manche) meng an Schnee gar nêd. Bal’s wahr is, was an diem oa verzählt ham (Franz von Kobell, 19. Jahrhundert) |
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wieder irgendwo |
Anouschd songs „d Sach is gritzt“ und „adiam anouschd“
(wieder einmal) head ma „da Kââs is bissn.“ |
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möglicherweise vgl. eppa |
Woaßt aménd, wea as Spiej heid gwonna håt? Moanst aménd, dass a Weda kimmt heit? |
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gelüsten nach, lüstern, begierig, besondere Lust nach etwas Gutem (Essbarem) haben (Lungau) |
A amerige Mötz.
I bi gånz amerig af an gschmackign Schweinsbroon. |
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anoat / anort - Östl. Oberbayern anoats - Südliches Obb. anoacht - Südostliches Obb. ärchadswuu - Nordöstliche Oberpfaltz anouschd - Altbayern, Tirol |
an einem unbestimmten Ort, irgendwo
Das Gegenteil heißt ninascht, niendert, nienert |
Anouschd songs „Irda“
fiar Dienstag und „adiam anouschd“ (wieder wo anders) head ma „Deanschda oda Éschtôg.“ |
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bagschierlich, bagschierli, badschirli, packschierig |
1. gefällig, praktisch, handsam 2. herzig, nett anzusehen, fein aussehend, adrett |
"Adele gibt es gleich doppelt, vor allem im 2. Akt, wenn die bagschierlichen Zwillinge Theresa Grabner und Elisabeth Schwarz, beide waschechte Soubretten mit Zukunft, als Adele und Ida den 'Herrn Marquis' mit Urtönen vom Wiener Grund abwechselnd umgirren." So lobte Gottfried Franz Kasparek in der DrehPunktKultur-Kritik unlängst die aus Salzburg stammenden Zwillingsschwestern. | ||||||||||
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bäri(g),
pfundi(g), griawi(g), zimfti(g), zeam, lusti(g) |
Des is a bärige Sach – find i ganz guat, grad bärig iss! Heid in da Stum hockma recht zimftig beinand – recht griawig iss! |
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beitln, beiteln / beidln
[mhd. biuteln = Mehl im Beutel sieben] |
1. schütteln (im Mühlenbetrieb), Beutel-Sieb aus Seidenstoff, 2. Beutelkasten, Beutelgabel 3. an den Ohren ziehen, züchtigen Obeitln (abbeuteln) = abschütteln; vor Kälte schütteln, zittern
Lehrbua beitln = Wasser lassen |
Die Bettwäsch soi man aufm Balkon aussibeitln in da Friah. | ||||||||||
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raunzen, heftig begehren, beharrlich mahnen
mhd. benzen = quälen |
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kleines hölzernes flaches Transport-Trinkwasserfaß (obb.) |
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Trinkzapfen, wurde viel bei Heuarbeit u. Getreideschnitt verwendet, weil das Wasser kühl bleibt (tirolisch) |
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Binkl, Binkerl, Binkel, Bingl, Pinkel, Bingal, Pinkerl |
1. Bündel, Pack österr. bayr. ugs.) Binkel, der; -s, -[n] (bayr., österr. ugs. für Bündel) 2. liebes Kind (Herzbinkerl) 3. Bezeichnung für einen feinen Mann ("feiner Pinkl), im abwertenden Sinn: ein dicker Mensch 4. hochnäsiger Schnösel oder verzogener Bursch; jmd., der sich sehr toll vorkommt 5. Beule (z.B. am Kopf) |
1. A jeder
hat sei Binkl zu tragn = jeder Mensch muß mit seinem speziellen
Schwierigkeiten fertig werden 2. Schimpfwort ("a feiner Binkl is des"). 3. I håb me oghaut, dàßmà glei à mords Binkl aufgschossn is |
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Blang / blangig |
Verlangen, begehren |
I ho an Blang. i bin blangi (ich habe ein starkes Verlangen). |
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[mhd. beiten] |
warten |
Geh nit so schnell,
boad a weng af mi!
Gipfikreiz |
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boussn / boßen / bosseln / boastn /beistn / passn [mhd. bozen bzw. boჳen= stoßen, schlagen] |
stoßen, klopfen, schlagen, anrempeln, hauen, poltern, stampfen, lärmen, Lärm machen oboussn (abbossen) = Früchte von den Bäumen stierln (schlagen) bzw. Obst boussn = Obst vom Baum schütteln (beitln).
A Boussera ist ein Knall
Auch das Werkzeug, der Amboß (bairisch "da Ambouß" kommt von „an“ + „boussn“= schlagen, klopfen) |
Bousst nid aso mit
deine schwaare Schuach - du weckst as gonze Haus! Der is so deppat, dea daat aar am Droadbôn (Heibôn) boussn - Der ist so blöd, er würde auch auf dem Getreideboden (Heuboden) Lärm machen. (Am Getreideboden oder Heuboden werden Stroh und Heu eingelagert, so daß es eigentlich gar nicht möglich ist, laut aufzustampfen. ) |
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[mhd. brocken = brechen, |
pflücken, abbrechen; jemanden pflanzen, reinlegen |
Schau ned in d
Staudn eini, dua in koane Lecha kriacha, koane Bleame brocka, koane
Beerl zupfa, koane Schwammerl obrupfa, vor allem aba hear auf neamd, dea wo
dia sagat, du soist da ned higeh!“ (Der Froschkönig)
Nockerl soll i
kocha. |
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leck, undicht aus lateinisch laxus = schlaf, lose, locker, schlottrig
zlechslt (und alternative Schreibweisen) bedeutet "undicht", beispielsweise in Bezug auf ein Fass. |
Da Zuwa (Zuber) is daläxld,
dea gheard wieda eidelsld (dechtln: dicht gemacht durch Wässern). |
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mit links, mühelos |
Nixdå, den schicki dant
(helles a). Des baggma dant! |
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depschen, eindepschen |
Delle, Einbuchtung.
Wenn jemanden "einen Depschen hat", hat er einen "Klopfer" oder ist "beklopft" (leichte geistige Behinderung)
drücken, eindrücken |
Bain Oabeka schbün oiwai zwoa Laid génganãn. Oi zwoa neman a hoat kochds Osdaoa und dãn haud ma mid'n Schbiz fum õan Oa, aufn Schbiz fum ãndan Oa. Õa oa håd danåch fåst oiwai an Depscha. |
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ebba, eppan |
ebba = jemand (etwer) ebban = wen in Sinn von jemanden |
Da is ebba kemma. Suchst du ebban? |
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äbbs, äbbas,
eppa, ebba, epper; [ahd. eddes = irgend; mhd. etwaz, etewar = irgendwas]
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vielleicht, etwa, gar vielleicht, vielleicht etwa gar, womöglich vg. amend |
„Hoddaebba
ebba
ebbs dã“ (bei dem das erste„ebba“ „etwa“, das zweite „ebba“„jemand“ und „ebbs“ „etwas“ bedeute.)
Ebbert is går a
so, dass si' wer denkt Epand hots es gor scho ghom. |
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1. ungeschickt, einfältig, töricht, tollpatschig, dumm, blöd, damisch
2. teigig, nicht fertig ausgebacken
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"Stell di ned so so dalkert o!"
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„etwas“ im Sinne einer „geringfügigen Menge“, am besten übersetzbar also mit „ein Weniges“ Das Wort entstand vermutlich durch Konsonantenassimulation als mhd. ëtes-waz (etwas, in wenig). Vg. eppa |
Dös is ebbs, was i guat braucha kannt. D mehran Leit daan gern iwa d Politik sudern, awa ebbs dageng zon unternehma waar zvii valangt
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etliche, einige, ein paar vgl. epanad |
Etla Leit san kemma, kennt hon i awa koa. An eddla Leid han kema (Einige Lute sind gekommen). |
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[mhd. vërt, värt, vertic] |
feadd, feachd, fęascht, ferd, fead, fean, fearin [mhd. „vërt” = "im vorigen Jahr", vgl. Firnschnee (der alte Schnee u. Ferner (Gletscher)], voriges Jåhr
FERTEN, eine bairische und ostfränkische nebenform von fert, bei SCHMELLER 1, 567. 568 ferten voriges jahr, vorferten vor zwei jahren; |
ja es sind unser ferten vier |
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1. "hübsch, flott, sportlich aussehend" in Bezug auf Personen. Vgl. sauber 2. "schick, hübsch, gut passend, modisch" in Bezug auf Sachen, vor allem Kleider und Gewand. 3. "nett, freundlich"
Feschheit = gutes Benehmen oder Aussehen
Feschak = ein gut aussehender, selbstgefälliger Mann.
Das Wort fesch ist wahrscheinlich eine um ca. 1800 in Wien entstandene Kurzform vom englisch fashionable. |
1. "Sie ist eine fesche Frau." "Das is a fesches Madl." 2. "Der Rock ist in Kombination mit dem Halstusch besonders fesch." 3. "Sei halt fesch und komm mit." |
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Froas, froasen |
in d Froas gfalln - einen epileptischen Anfall zu erleiden an Froas fôin - in Ohnmacht fallen, erschrecken froasn - zittern |
Froasen haben Kinder, wenn sie Krampfanfälle bekommen und zittern, dieser Zustand geht schon fast in die Richtung von epileptischen Anfällen: „Fahr
bin in alle Ewigkeit! Im Namen der Dreieinigkeit! Gott Vater, Gott Sohn,
Gott heiliger Geist. Schütz mi auf der Roas, Mei Familie vor Schreck, dö
Kinder vor Froas! “ |
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feigelt / / g´feiglt / Gfeiglat |
jemanden ärgern, etwas schwer zustandebringen, sich schwer tun (z.B. mit der Arbeit) Vgl. hunzen |
„de Gshicht feiglt mi" = ich habe Schwierigkeiten mit dieser Sache „er feigelt mich" = ich habe Probleme mit ihm „Wonns enk beim lesn a weng feiglt, miasts enk hoit aweng zeit nehma dafia!" |
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neugierig ausfragen |
„Da
Nachbarin, da Ratschn, vasuch i oiwei ausm Weg zon geng, sie duat mi jedes
moi a so ausfratschln, daß' nimma woaß, wo's bist.“ |
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fürchtig
/ fiarchti |
sehr viel, sehr gut, sehr schlecht usw. |
„as Madl is fei fürcht schee!“ „Da Berg is
fürchti groß, da Mõ fürchti reich.“ |
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gach (ga), gaach
[mhd. gæhe, gâhe, gæh] |
schnell, jäh, plötzlich;
steil; die Gachn = Eile, Schnelligkeit siehe husig
Vgl. vagachen |
"Moan schier, es müaßt
am selbigen Platzl sein", flüsterte Mickei, "wissn S', Herr, wo mer
so gach ummagfahrn san. Kon leicht Gambs oder a
Stuck Wild einigfallen sein, dös übern See hätt umma mögn." (Ludwig Ganghofer,
Künstlerfahrt an den Königssee) Sie no net glei so gach. Mi sagt ja grad, weil 's a
guat's Werk waar, wann mi an arma Menschen was gab. (Ludwig Thoma, Der Wittiber) A
bißl jung sei nacha volla Muat, wia san de Tag und wias is d'Liab so guat! Und
nacha Summerarbat, hoaß und gach,
da lass'n d'Sorgn und d'Müahsal gar net nach, bis d'mirkst: der Summa is ja
scho am Ziaghn und d'Jahr kriang a G'wicht, je mehr daß fliagn (Josef
Maria Lutz, Dees bissl Lebn) |
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(die) Gaudi, Gaudee (Lat. gaudium) |
Vergnügung, Unterhaltung
vgl. Hetz |
Mein Gott, a bissl Gaudi und a bissl Gschäft soll man de Leit bei de schlechten Zeitn vagunna! Mit eahm is oiwei a richtige Gaudi, da kannst lacha! |
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(falsche Schreibweise Katzel, Kazl) |
Kelle, Schöpflöffel |
Die Italiener wurden einst abwertend als Katzelmacher (Gazlmacher) bezeichnet. |
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geina
/ geuna [mhd. giuden] |
loben, preisen |
Fia dös muaß i di a weng geina! |
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gent (ge, gee, geh) gę(n) 1 |
gleich, direkt, demnächst, bald (siehe auch ge) (es handelt sich hier um einen 'erstarrten Infinitiv', welche die nahe Zukunft anzeigt) |
i geh gent zum Dokta! |
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fretten, frettn, freitn [mhd. vreten, vraten = wundreiben, quälen, plagen)] |
kümmerlich wirtschaften, alles nur provisorisch erledigen, Mühe, Plage, Schinderei Das Gfrett war ursprünglich eine wundes Stelle, mit der man fertig werden mußte. |
Sprichwort - "fretten hülft hausn, zuvü fretten mocht Flausen". | ||||||||||
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gfotzert [gfoddsad] |
frech, vorlaut, schnippisch |
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komisch, seltsam vgl. rar |
A glenga Kunt ist ein eigenartiger Kerl, Kauz. | |||||||||||
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Mit´m Vadda
eifrig Kripperl baun, |
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gneißn / gneissn kneißen [mhd. (ge) neusen = erproben, versuchen, spüren, wittern]
Verwandt mit neusen und niesen (Vgl. Nase) und übernasern) |
etwas erahnen, bemerken, verstehen, kapieren, vorausahnen
In Tirol kneißen statt gneißen. |
Iaz föits Zehnerl - iazat hon i's gneißt!
Er hat (es) geneißt (oder genissen).
Ein Gneißer oder Bleitzgneißer ist ein Mann von schneller Auffassungsgabe (oft ironisch verwendet) |
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gouschat, goschert [goschsad] |
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[mhd. gransen] |
herumnörgeln, brummeln |
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[Ableitung aus mhd. grûsz = Getreidekorn] |
Kramer, Krämer, Tante Emma Laden Greißlerei = Kramerladen, Krämerei, Lebensmittelgeschäft Greißlermentalität = eng begrenzter Horizont; Bestreben sich abzukapseln. |
Im Suden kauft man beim Greißler oder beim Kramer „an Kas, a Birn oder a Brot", im Norden beim Tante-Emma-Laden „nen Käse, ne Birne oder n Brot”. |
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groatig |
Eingebildet, selbstgefällig |
D Lina is a hibsche Groatige. |
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griawig, griabig, griawi(g) [mhd. gerueric, gerüewec = gelassen, rühig her, rührig, munter] |
gediegen, gelungen, angenehm, gemütlich, lieb |
Nach an hoaßn Dog im Birig is a kühle Maß Bia in a griabign Hittn ebbs scheens. |
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gschafti, geschäftig |
niedlich, herzig, lieblich; lebhaft; wichtigtuend |
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gschnappi, gschnappig [gschnabbig] [mhd. schnappen = schnappen, schwatzen] |
frech, vorlaut, schnippisch |
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(fast) aussichtslose schwierigkeiten, Aufsehen, Getue, Mühe, Umstände, Gedränge |
Wann a Arwat
(Arbeit) hint und vorn feiglt und bärt, dann hat ma a
Gsturi beinand. Mach keine Gsturi = Mach keine Geschichten |
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herzlich, lieblich, vor allem ein Kind |
Mei is as Wuzl ned gpezig, schaug wiar ea schaugt! | |||||||||||
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Gschnas (älter: Gschneise) [mhd. sneise] |
1. (der/das) Reihe gleichartiger Dinge, wertloses Zeug (Graffl, Gerümpel, Tand, Gfrast Glumpert, Grafflwerk, Klump) 2. (das) Maskenfest, Faschingsfest |
Billige,
nachgemachte Touristentracht hat einst der Mautner Conrad als
Gamshuaberlgschnas bezeichnet Das Wildergschnas ist ein bekannter Faschingsball. |
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Gundl / Gunngl |
große Kuhglocke oder ähnlicher Hohlkörper, bauchige Fläche (tirolisch) |
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recht (Vgl. husig) |
Das waar scho gwand,
wenn Sie’s gleich machen kanntn! BrauchenS a Tragl (keine Tüte!)? Ja, das waar ganz gwand! |
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Gwand / Gwaund [mhd. gewant, ahd. giwant, urspr. das Gewendete, d.j. das in Falten gelegte Tuch] |
Kleidung; festliches, liturgisches Kleidungsstück (Meßgewand) (auch Onglegat) |
Heid håst a schneens Gwand o, gehst aménd auf a Feia? |
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hafti
(haftig) |
heftig, sehr, besonders, arg |
Bei uns daham wird
mühvirdlarisch gred, des is oba ned so hafti
wirs in Tiroi untn redn (Bei uns
zuhause wird mühlviertlerisch gesprochen, das ist aber nicht so arg als in
Tirol gesprochen wird.) (Und mühviertlarisch miassat scho vasteh weu des is ned so hafti wir schwizadütsch) Es is uboasch haftig, owa wia hom ins hiatz schon extrem long neama gseha - a wüde Gschicht. I hoff, mia sehan ins beim Oidausseer Kiritog - Montog war gschmoh. Tat mi narrisch gfrei. |
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hai
(oder „hei“), haö, häu, häul, hal |
glitschig, spiegelglatt, schlüpfrig, rutschig
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Paß fei auf – nachm Schnee is dâ Weg hibsch hai! Ringeis (Neues Bayerisches Wörterbuch)
Gâwân sich hal des tougen, |
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halten |
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handdi (hantig) [mhd. handec = bitter, scharf, schneidend, stechend] |
bitter (bidda) |
Ganze ohne Heng (Honig) is dâ
Tää fei scho handdi! |
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heanzen, heanzn |
verspotten, höhnen sder Hean`z - ursprünglich deutscher Bauer in ungarischem Burgenland 1. Südburgenländer, auch als Spottname 2. Ein zynischer, Spötter oder unerträglicher Mensch ist in Heanza |
Du soist mi ned a so heanzn - i dua di hoit aa ned dableckn! |
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(die) Hetz hetzig |
Spaß aus Hetz, hetzhalber = zum Spaß, spaßig, lustig vgl Gaudi, |
Das war eine Hetz! Da Franz ist immer bei einer Hetz dabei. Maradona kickt nur nur, sonder forderte nun hetzhalber Exchampion Laciar. |
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hiatn (hüten) [mhd. hüeten, ahd. huotan = auf jemanden oder etwas aufpassen, damit ihm kein Schaden zugefügt wird, ] |
schützend bewachen (Tiere, Haus, Weidetiere) |
Heit geh i nit ins Wirtshaus, i muaß d Kinda hiatn. |
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schneidig, angeberisch, keck, herausfordernd |
Dea is a rechta Kreereißa - dea duat so honaggisch ogeem, daß du eahm daschlong kannst. |
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durch einen Gegenstand oder Umstand an die Heimat erinnert werden |
Da duat’s ma hoamalantn, ois is iaz anders dahoam, da hoamlants ma ned mehr recht. |
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etwas hastig machen, hektisch sein; es eilig haben, etwas schnell schnell machen, kommt meistens nix gschteits dabei raus Vgl. jaggn = eilig gehen, hastig arbeiten (pong.) |
Nur ned hudln! |
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ärgern, nicht gelingen wollen, nicht reibungslos klappen, Vgl. feigeln oder fuchsen |
Diese Arbeit hunzt
mich! = „Diese Arbeit quält mich, ärgert mich, mach mir mannigfaltige
Schwierigkeiten und Probleme, sodaß ich mit ihr nicht so rasch, wie ich es
dachte, fertig werden kann." |
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husig,
husi, huseg
[mhd. hiuze = munter, frech, frisch] |
1. eilig, geschwind, rasch, lustig, lebhaft, schnell,
hurtig, eilig, gach;
(Vgl. gwand) |
Wichtiges Wort, vor allem im Wirtshaus: „Bittschea no a husigs Seitl“ (Oder der Sperrstunde zum Trotz: „Geh, oa husigs geht no !“) Dann ging's wieder husig aufwärts und sogar auswärts unter Leimegger, dann mit dem Kößl-Wastl.
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iawaramoi („übereinmal”) iawö, iawön, iawand iawat = je(mals) |
manchmal; ab und zu
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iawaramoi do fragt mi dann mei Bua: he Vata sog ma nur wer san de bled’n wer die gscheit’n? |
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[mhd. kluben, ahd. klubon, übertr.: Worte allzu genau auslegen (Wortklauberei)] |
sammeln, etwas vom Boden aufheben, (auf)lesen, (Obst klauben) |
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[mhd. klieben, ahd. chliuban] |
spalten («unr. V.; kliebte/klob, hat gekliebt/gekloben» (südd., österr.) spalten: Holz klieben |
(veraltet, aber noch landsch. für [sich] spalten); Beugung:
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Kren [grẽẽ], [gr |
Meerrettich |
Vom Topfen über die Marillen
bis hin zum Schlagobers, den Paradeisern, Erdäpfeln und Kren wurde um
den Ausdruck österreichisch-bairisch alpenländischer Identität gekämpft |
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[ahd. kramâri = urpr. jemand, der in einer Marktbude Waren verkauft, |
Greißler, Kleinwarenhändler |
Im Süden kauft man beim Kramer oder Greißler „an Kaas, a Birn oder a Brod", im Norden beim Tante-Emma-Laden „nen Käse, ne Birne oder n Brot”. |
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[mhd. kund = befreundet, bekannt] |
Kerl, Bursche, Liebhaber
Hier besteht ein Zusammenhang mit dem Verbum "kennen". Zur gleichen
Wortfamilie gehören auch die Wörter kund, Kunde / Kundin,
Kundschaft. |
A glenga Kunt ist ein eigenartiger Kerl, Kauz.
A riesiger Kunt ist ein großes Mannsbild. A gspassiger Kunt ist ein lustiger Bursch (der durchaus ein erwaschener Mensch sein kann). |
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Tolpatsch Lattiel - aus der Verschmelzung von zwei annähernd gleichbedeutenden abfälligen Bezeichnungen hervorgegangen: „Lapp-didel“ wird zu „Latti’l“. Dass heute der Zwielaut „ia“ gesprochen wird, könnte in Anlehnung des undurchschaubaren Worts an „türl“ („Tür“) erfolgt sein. Deswegen kommt neben „der Lattirl“ auch das sächliche Geschlecht vor: „das Lattirl“. (mehr) |
A Laddiel loss si ois gfoin! |
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[mhd. lînwât = Leinengewebe] |
bärig, klass, super, großartig, außergewöhnlich, vortrefflich |
Leiwand ist, wenn es dir taugt. Leiwand ist; in Wien zu sein |
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hören, lauschen, zuhören |
loos amal zua (loos du amoi zua)
loost’s amoi zua (loost
ös amoi zua) |
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dummes Gerede, Bezeichnung für einen Film, ein Stück mit seichten Inhalt |
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Hügel, Bodenwelle adj. mugelig = hügelig, wellig v. mugeln = sich anhäufen, einen Mugel bilden Mugelpiste = wellige, unebene Piste (Mugerl heißt auch ein "kleines, rundes Brot") |
Wanns iwa a Mugelpiste mit de Schibrettl fahrst, brauchst stamme Wadl! |
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hin und her bewegen, leicht hin und herwackeln Ein Någgla ist ein älterer oder betrunkener, etwas tattriger Mann, auch einer, der die Fahne nach dem Wind hängt |
Bei eam kimmd des net vom sauf'n,
Ea nagglt imma wida an den Zahnd bis ea aussa kimmt! |
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ninascht, niendert, nienert, nirngs mhd.
ni[e]rgend[t] |
nirgend(s), an keinem Ort, nirgendwo
Das Gegenteil heißt |
Die sä sand obnbei, und wia mi ziemt, fahln s eh ninascht in an greßan Gebirg.
Das neichi is ninascht zum auftreim, fa wo kauma sie deis besorgn??? Das easchti is recht guid won, owa das zweiti hob nau ninascht gsegn bzw. keat! |
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(„Einschichtiger“) oaspânni
(einspannig) |
Der håt koa Weib, da Oarschichtigâ! Ma siecht, daß eâ no oaspânni is, weil eâ as selbe Hemad wia gestern (gestring) ohåt. Der Bairische Nußknacker (Nr. 153) |
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obleamen |
Du, von dir laß i mi no lang ned obleamen! Ringeis (Neues
Bayerisches Wörterbuch) |
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abgekommen, verschwunden |
Mei Hausschlüssel is adiam anouschd ohkeema – woaßt aménd du, wo da is? Der Kråpfn der verschwindt
mit dem Brauch der åbkimmt. |
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besudeln, bekleckern |
Håst du scho wieda drezd und
as neigwaschn Heemad oogschdriaggld! |
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unabsichtlich ein Getränk ausschütten |
Du paß amoi auf, du håst
dei Milli auf d nei Dischdeck ogschledat! |
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locken, Appetit machen |
Da Apfeschdrudl weigad
mi scho oo (daad mi scho ooweing)! |
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1. niedlich, anmutig, lieb 2. patschert - ungeschickt 3. zart, zierlich, anschmiegsam 4. streitsüchtig |
b. (herziges, graziöses) Mäderl | ||||||||||
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Pamperl, Bemperl [Ital. bambola =
Puppe, |
klein, minderwertig, verachtenswert, kläglich, ärmlich, mickrig Pamperl/Bemperl erscheinen nur als abwertendes Präfixoid, wie z.B. Pamperlred = kleine, unbedeutende Rede Pamperlbetrieb, Pamperlgeschäft, Pamperlzirkus = klägliches Betrieb ("Saftladen"), auch Quetschn genannt
Bamperlwirtshaus = schlechtes, kleines Wirtshaus
Bamperlladen [bamperlloon] = minderwertiges Geschäft, Laden
Vgl. Bamperl / Bamperletsch = kleines Kind |
Jetzt blamiert er ganz Kraglfing und bringt nicht einmal die Pamperlred fertig. (Ludwig Thoma, Agricola)
Bemperlbauer, sakrischer, glaubst eppa, i pass auf di auf? (Emerenz Meier) |
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[mhd. pfaid] |
Hemd (Hemad) |
De aufgehat Sunna Trifft Wiesen
und Hoad Und Felda und Wälda In an seidana Pfoad. Es schimmat und
flimmat, Kannst schaugn kaam hin, 's helliacht Tau, gell, rot, blau, Lauta
Edelgstoa drin. (Madam
Bäuerin, L. Christ) Ja, awer auweh ums Gwand,
wannst koan’n Flöck hast áf Sáckel zun dreinschoibn! Hosen und Joppen und Pfoad,
und wanns noi wár vo nácht und draust Wintá, Ringeis (Neues
Bayerisches Wörterbuch) Zschnidn áf Fetzen und
Stream und vorarbát áf Bándel und Söck wirds! (d’ Ahnl,
Stelzhamer) |
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unbeholfen, schwerfällig, ungeschickt von ungarisch "bocs" = Bärenjunge |
wia i am Suntog mitn Hansi im Stadionbod war und wollt des letzte Mol rutschn und potschat wie i bin, hob i mit da Lippn af de Rutschn aufgschlogn!! |
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pratzln [bratzln] [event. aus dem Griech. prattein = handeln] |
jemanden betrügen, hintergehen, übervorteilt, übers Ohr hauen, bescheißen, ausschmieren |
Wenn einer den anderen übers Ohr haut oder ausschmiert, dann pratzlt er ihn. |
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rass / raß hrass 1 |
prickelnd, scharf gewürzt, beißend |
Die Kathl ist ganz a raßes Luder! Da Radi is ma zua raß - dea is a gånz a raßa Hund! |
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[mhd. u. ahd. reren = brüllen, blöken, laut weinen, einen längeren, hohlklingenden Laut von sich geben, schreien] |
laut weinen röhren (Hirsche) „Reahra” = Aufschrei, Geplärr |
Wann`s d lochst donn lochst wia frischgfollener Schnee, wann`s rerst donn rerst mit dein gonzn Hoamweh |
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rēsch, raisch
mhd. rosch, rösch, rösche
Der neueren Schriftsprache fehlt das Adjektiv, dagegen ist es in den
Mundarten lebendig erhalten, der form nach teilweise durch Dehnung und
Färbung des Stammvokals oder im Auslaut verändert: |
1) kräftig beweglich, schnell, behende, munter, frisch. a) der bedeutung von gesund sich nähernd, munter, frisch b) schnell, behende, kräftig beweglich zur arbeit, zur that, zum kampf, muthig, herzhaft c) auch von unpersönlichem d) heftig, tollkühn
2) jäh, steil, abhängig
3) am verbreitetsten in der bedeutung spröde, harsch, unter dem druck nicht nachgebend, sondern zerspringend, prasselnd, knisternd. von gebackenem und gebratenem 4) rauh, auch in milderem sinne, ernsthaft, strenge 5) vom weine, schweiz. röösche wi, scharf, herb, prickelnd, perlend im gegensatz zu weich, lind, womit der kahnige schwere wein bezeichnet wird. 6) bergmännisch: rösches erz, das nur grob gepocht ist. |
1a sô sol man vor den lîp muogen ein wênic mit etlicher arbeit, wan daჳ machet den lîp rosch unde lîht. Meinauer naturl. 7; ein röster witwer, ein munterer, frischer witwer
1b rosche ze fernumiste, veloces ad intellectum
1c sein ganch der sey vil rösch und schlecht.
1d rösches feuer: decket den hafen zu und setzet ihn zu einem röschen feuer.
2 ein röspes dach
3. das brot ist rösch, mit harter kruste, etwas rösch braten. vgl. die oben angeführten idiotica; mache knötlein, bachs schön rösch im schmaltz.
4. vir ille non solum gravis et severus: er seye nicht allein rösch und ernsthafft.
6. ein sprödes ungarisches glaserz. ebenda.
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zappelig, nervös, leicht, sanft, vorsichtig; wacklig, in Bewegung geraten, vom Einsturz bedroht |
Ge heads auf mid dem Motschka,von dem Zeig wean jo nua de Schas roglad.
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ganz klar |
Heid
is’s Wedda nimmâ hoada (heiter), gestring (gestern) is no schbiaglhoada (spiegelklar) gwen. A bisserl diasi (dunstig)
is’s worn. |
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Scher
(da) |
Maulwurf |
„D Scher san hoid guat fiarn Gardn, d dan d Erden umgråm“ |
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schiach (Mittelbairisch) schäich (Nordbairisch)
[mhd. schiech, schieh = scheu, abschreckend, böse] |
häßlich; garstig; scheu, verzagt; Abscheu habend; wütend, zornig; beleidigt sein
(mehr) |
D Marie hat a schiachs Kleid o. Dös Weda is ma zu schiach, daß ma an Ausflug machn. Mach ma fei ned schiach!" (in etwa -> mach mir keine angst) Do werds oam glei ganz schiach! (-> da bekommt man richtig angst) Tua ned so schiach! (-> sei nicht so wehleidig) |
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(Schlag-)Rahm |
(Schlag-)Obers |
Meng’s a weng Schlagrahm
auf Eahnan Topfenstrudel? |
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schleini / schleinig / schleunig
[mhd. sliunec =
eilig |
rasch, flink, geschickt: schleunig, unverzüglich, sofort, schnellstmöglich
(mehr) |
Dua schleinig! Beeil di a weng! Irgendwie is diesesmoi de Schui voi schleinig vergonga! |
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schoppen [schobbm] |
1. stopfen, pferchen, hineinzwängen, verstopfen; 2. bauschen, einen Wulst bilden; 3. zur raschen Mast mit Futter vollpfropfen, nudeln, wie man es mit Gänsen macht; 4. gierig essen, schlingen (vgl. urassen) |
„Da mei Stiefel so nåß vom Reng waren, hab i de mit an oidan Lumpan ausgeschoppt bis die si wieder trickert haben."
mit Heu ausgeschoppt kann z.B. ein Kopfpolster oder sogar eine Decke sein. Wenn man zu viele Topfennockerl in sich hineingeschoppt, kriegt man eine Wampn.
Wenn z.B. nach einem Storm [weeda] Äste und Laubwerk in einen Bach hineinfallen, so kann dieser sich „verschoppen“. |
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serfen [seafen],
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beim Gehen die Füße nicht heben
Vgl. schlaiffen
[schloaffa],
schlaiffezen [schloaffeddsn],
schlaipfen [schloabbfa],
schlaipfezen [schloabbfeddsn],
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Sog amoi - heb dei Fiaß, wannst gehst, des serfezen dreibt mi schõ zon Wahnsinn! |
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[lat. sperare = hoffen] |
flirten, einem Mädchen Hoffnung machen |
Sog da Zenzi, sie sol nüchd mit den Rosknächt spenzeln! |
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stieren [schdian], |
1. stochern
3. jemanden stiert etwas - jemandem ist etwas unangenehm; etwas bereitet jmdm. Kopfzerbrechen |
Einen feinfühligen Menschen stiert so was, aber weißt, was ich in solchen Fällen denk? (K. Kraus, Menschheit 153). Im Mist nach etwas Brauchbarem stierln. |
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stierln [schdialn] |
Iterativbildung zu stieren 1. längere Zeit und mit kleinen (schnellen) Bewegungen stochern 2. (einer Sache) genauer nachgehen, genauer überprüfen und auf Einzelheiten eingehen 3. sticheln, boshafte Bemerkungen machen |
Stierlt einer in Mistkübeln oder Containern und findet brauchbare Sachen, so daß er sie ungestraft behalten. Wenn man das Finanzamt stützig macht, fangen die Steuerbeamter an nachzustierln. Gegen mich fangen die schon an zu stierln, die gescherten Rammi! |
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Stiegen- (Stiagn-, Stiang-) |
Treppen (-haus) (-geländer) |
Man
geht die Stiegen hinauf oder die
Treppen aufi, nicht die „Treppen hoch“! |
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Quark |
Da
Topfenstrudel (Topfenbrot etc.); Speisetopfen, Topfennockerl (nicht
Quarkbällchen!) Quark – polnische/schlawische (Käsestoff; umgspr. für
Wertloses) |
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übernosern / übanosan |
„übernasern“, d.h. über die Nase schnell, rechtzeitig begreifen und richtig einschätzen, kapieren, verstehen („gneißen“) |
Hiaz hon i's übernosert! Da Fuaßboispiela iwanosert de Lage und schiaßt an zwoatan von seina drei Treffa.
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merken, draufkommen, kapieren, verstehen, bemerken, mitkriegen, etwas mitbekommen („gneißen“) |
Iaz hab i's übarißn! Du überreißt aba goa nix!
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überluxn / überluxeln / iwaluxn [mhd. und ahd. list = ursp. Wissen, hinterlistig, ausgeklügelter Plan und entsprechendes Vorgehen] |
durch List sich jemandem gegenüber Vorteil verschaffen, übervorteilen, überlisten, betrügen |
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ungezogen, unerzogen, ungeschliffen, ungehobelt, Benehmen ohne Anstand |
Wenn ein Besuch da ist, holen die Kinder oft ein ugfumtes Toan. „Ein ugfumter Hut” „ugfumt viel Zeug und Sachen” |
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vaschaukln / vaschaukeln ("verschaukeln") |
jemanden täuschen und betrügen; mit etwas Erwartungen wecken und sie nicht erfüllen (z.B. Werbung), betrügen |
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umihebm ("umhinheben") |
betrügen, hineinlegen |
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unbändig, übertrieben, arg, viel, woiddan |
upoasch gschmoh; upoasch
viel Obst; ein ubaschtes Toan
(Benehmen) haben; I gfrei mi scho ganz uboasch auf insre Roas. |
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urassen, urassn Urass, urassig urasz, uraszen [ahd. urazi = zu viel zum Essen]
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verschwenden, vergeuden, verschwenden,
verschleudern, verschwenderisch leben
urasz, m., der vielfrasz uräsz,-äszig, adj. adv., auch ohne umlaut, überdrüssig, wählerisch, mäklich, kiesätig (vgl. kiesig th. 5, 698, unäszig 2) u. dgl.; objectiv was überdrusz, ekel erregt (vgl. ekel, eklig). mhd. ureჳ
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Als Urass bezeichnet, auch die "übriggelassenen oder verschmähten Speisen selbst".
Wer urasst, geht mit den Eßwaren verwüstend um", er macht "das Essen eher unbrauchbar, als daß er wirklich ißt, wählt ohne Hunger nur das Beste aus. Das Adjektiv urassig bedeutet „übersatt und durch gutes Essen verwöhnt". |
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vagachn / vergachn ("vergachen") [mhd. vergahen = übereilen] vgl. [mhd. gahen = eilen] siehe gach |
in der Eile etwas falsch machen, verwechseln
Vgl. ruaschn = hektisch übereilt bewegen und handeln |
i hob mi vagaht = ich haben einen Fehler gemacht, weil ich gruascht (gehetzt) habe. | ||||||||||
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1. kräftig wehen, stürmen (Intensivbildung von wehen) 2. wedeln, wackeln 3. (mit einer Fahne) winken; fächeln; wehen |
Durchwacheln mit einem Tuch heißt auch ausbeuteln. Ein Hemad kann auf der Leine im Wind wacheln. Wenn der Wind gescheit weht, wachelt der Schnee und kann zu einer Wächte führen. |
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Wächte [wachdn]
Gewäden [gwaadn] / [gwaan] |
Schneeverwehungen, Überhängende Schneemasse (Norddeutsch "Wehe") Überhängende Schneemassen, wie sie durch Verwehungen im Gelände zustande kommen, nennt man auf Bairisch und Alemannisch nicht „Wehe“, sondern „Wächte [waachtn]“ (zu „wàhn“ [waan], bairisch für ‚wehen‘; mhd. „wæjen“, „wæn“, ahd. „wâhen“; Vgl. Intensivbildung „wacheln“). |
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Warmduscher, Weichei, Sitzendpinkler (mehr) Wenn sich jemand ungeschickt anstellt, dann wird er/sie schon einmal „Tschapperl“ genannt. Der „Wappler“ ist eine schärfere, gröbere, männliche Form dazu. |
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[mhd. wahs = schneidig, scharf, Gotisch hwaß = spitzig, stechend] |
rauh, spitzig, stechend vgl. rass / raß |
Des
Woileibl (Woll-Leibl) kannst fei ned auf da nacketen Haut drong – as iss z wax
!
Der Bairische Nußknacker
(Nr. 273) |
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locken, hin und her bewegen
vgl. ficken |
Da kloane Bua hat an Zahnn
[zds |
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schwindlig, fahrig, konfus, wirr |
„Da wirst wiaflad.“ „gaunz schlimma müdigkeitsanfall...und der streifenteppich mocht mi wiaflad".
„Wenn
eine alte Landbewohnerin zu einem Arzt kommt und sagt sie sei wiafli,
verstehen sie die meisten Ärzte leider nimmer, dabei meint sie nur, daß sie
schwindlig sei. |
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winni, winnig [mhd. winnec = rasend, toll, zu winne = Schmerz vgl. winseln] |
aufgeregt, nervös, tollwütig, rasend, wütend |
„gonz winni is a gwen - bis roglad is.“
„geh fei dona von dem winnigen Hund, ea hat tollwüt" |
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woiddan,
woata |
ziemlich, etliche (von "wohl getan") |
Nach da harten Arwad bin i woiddan daloawed (erschöpft). Da neia Vorstand håts fei woiddan weit bracht in seinâ
Karriere. Iaz hot ea si an Ferrari kauft und moant, ea is iatz wea. D Årwat is oft woitan vü gwen. Wonn nit muara woitan owochtpassn hoia van Somstog bis in Montog das nid an Brena tuat. Da Hias is woitan hintaschattig. (ist ziemlich unaufgeschlossen bzw. seltsam, hinterlistig, rückständig) |
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Heit in da Friah is' fei zahnig koit gwen! Von haftig zahnig bis upoasch hoaß. |
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mhd. gezæme |
lustig, zünftig
Zeam und zünftig stammen aus derselben Wurzel : „zünftig“
ist von Zunft abgeleitet, und dieses ist das Abstraktum zu „ziemen“,
vergleichbar mit „(An)kunft“ zu |
Heit is' zeam! |
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Nach drei Wochâ Urlaub kriegi wiedâ Zeitlang nach dahoam. Mi duats echt hoamalantn. |
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zlexelt, z’lexnd
(daläxld, derlext, dalext) |
leck, undicht aus lateinisch laxus = schlaf, lose, locker, schlottrig
zlexelt ist z.B. ein Holzfaß, das undicht geworden ist. Die eingetrockneten Faßbretter (Holzdauben) haben sich zusammengezogen, wodurch Spalte oder Fugen in der Faßwand entstanden sind. Das Wort zerlechseln hängt mit dem ahd. Wort lechen „austrocknen, vor Trockenheit rissig werden und Flüssigkeit durchlassen“ zusammen, das sich heute noch in lechzen „gierig nach etwas verlangen, dürsten“ erhalten hat
(mehr) |
As Fassl (Fässlein) is
zlexelt,
es gheard wieda eidelsld (dechtln: dicht gemacht durch Wässern). |
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zimfti, zinfti, zinftig |
bodenständig, urwüchsig, waschecht, zeam
Eigentlich "zunftmäßig, einer Zunft angehörig" daher im übertragenen Sinne: ordentlich, tüchtig
Zeam und zünftig stammen aus derselben Wurzel : „zünftig“ ist von Zunft abgeleitet, und dieses ist das Abstraktum zu „ziemen“, vergleichbar mit „(An)kunft“ zu „(an)kommen“. |
Die Buschenschank bietet kulinarische Genüsse, denn wer arbeitet muss auch gut und zünftig essen! Heid geit's a rare Musik - husig und zünftig spielen die Musikanten! |
Tabelle 2 - Alternative Wörter und Wendungen (Bairisch
à
Hoch-/Norddeutsch) – es muß nicht
immer „sehr“ heißen!
Das Schema des "Vokalvierecks" bildet die Artikulation der Vokale im Mundraum ab:
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Zungenposition |
vorne |
hinten |
|
|
|
Lippenstellung |
gespreizt |
rund |
rund |
|
Zungenhöhe |
hoch (geschlossen) |
i |
ü |
u |
|
mittel |
e ε |
ö
|
o
|
|
|
tief (offen) |
a |
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Monophthonge (Einlaute)
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Vokal |
kurz |
lang |
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i |
fischsch ‚Fische’ |
fiisch ‚Fisch’ |
|
u |
brugg |
dsuug ‚Zug’ |
|
o |
hoff |
oof |
|
Vokal |
kurz |
lang |
|
e |
bessa ‚besser’ |
beed
‚Bett’
lees |
|
ε |
schdεgga ‚Stecken’ |
klεε
‚Klee’ schbεεkch ‚Speck’ |
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Vokal |
kurz |
lang |
|
a |
rach |
schaad |
|
|
b
schdr |
sch
b |
|
|
schdr
b |
b |