Remaraweng Boarisch

Wortschatz

Musiker-Boarisch

typische und rare Ausdrücke in der Volksmusik

 

 

„Versteht eigentli irgendwer wås i då sing
kimmt überhaupt no' oana mit?
ebbert is går a so, dass si' wer denkt
i wa' koan dåsiger nid“
 


Da Dåsige, Hubert von Goisern

 

 

Untenstehend eine kurze, bei weitem nicht vollständige Liste von typischen und nicht so typischen Mundart-Ausdrücken und -Worten, die in der („echten“ oder „schrägen“) Volksmusik zu finden sind.

 

Die Volksmusik ist eine Fundgrube an bairischen Ausdrücken, Redewendungen und Wortschatz. Wörter, die langsam vom Aussterben bedroht sind, leben in der Volksmusik weiter - und können dadurch wieder belebt in die Alltagssprache zurückgeführt werden.

 

Falls Sie ein Mundartwort suchen oder eine Übersetzung für eins gern hätten, wenden Sie sich einfach an uns – wer werden uns bemühen, Ihnen zu helfen! (Kontaktaufnahme)

 

 

Mundart

Hochsprache

Beispiel

(die) Aa

Mutterschaf

Båld ma' koan Wida nit khriagn, Steyerisches Rasplwerk, Konrad Mautner

Bold ma koan Wida nit kriagn,

Stöhn mar an Aa:

Aft sand die drui Foschingtog

A so vü hra.

åffi (affe, affi, aaffi)

 

auffâ

hinauf

 

herauf

(siehe "Remaraweng Boarisch" - Richtungsadverbien)

åbi (obi, owi)

 

åba (oba, owa)

hinunter

 

herunter

(siehe "Remaraweng Boarisch" - Richtungsadverbien)

åft
(oft / oftad /
oftat / aft /
åftad / åftad)

dann, nachher, also

 

vom mhd. aft(en); ahd. aftan = hernach

 

„Oft ”im Sinne von „regelmäßig” oder „häufig” heißt „häuftig” oder „häufti”

Über d'Alma, trad.

und dos Diandl hot vaschlofn

hot de Stoandl ibaheat, jo

und wias munta is woan

åft hot do s' Diandl sakrisch gwoant

 

Es wird scho glei dumpa, trad.

Måch zua deine Äugal in Ruah und in Fried

und gib mir zum bschied dein Segn no gråd mit!

oft werd jå mei Schlaferl a sorgenlos sein,

åft kånn i mi ruahli aufs Niederlegn gfrein. Hei, hei

 

Mercedes Benz, J. Joplin (Arrang. H.v. Goisern)

geh Herrgott hiazt fehlt nu a heiligen Schein

di' kost' a eh nix und mi' tat a g'frein

åft tat i ma leichter, weil oans des is g'wiss

mit'n Heilig'n-schein hat ma an weit bessern Riss

Almkaffee

alkoholhaltiges Kaffeegetränk

Die Sennerin von Altaussee, Die Seer

Die Sennerin von Altaussee, die hot den bestn Almkaffee, do kriagt nit amoi Schädlweh, bei der Sennerin am See

Alster

Elster

Früahlingsgsangl, Franz Stelzhamer

D' Alstern und d' Krahn

Hebn iatz's Kraagatzn an:

Und der Spatz und die Starn

San so redsäili wordn.

Amuxel

Amsel

Früahlingsgsangl, Franz Stelzhamer

Der Amuxel froat,

Ob i'n (wor in 'n) Hab hab und gern?

Und der Gißvogl soat:

Daß' s bal regnad wird wern!

ångfierscht

gefunden

Eie, du mei lieba Veitl mei, Hans Gielge (1901-1970)

Hiaz schau na gråd de Engln ån,

wås des für Tölpln seind,

weil se den Ståll ångfierscht håbnd

hiatz lafnt s’ um und schreint.

Se toant jå wåhrla tånzn går,

i hör jå Spielleit ån –

i nahm s’, mein Eid, dlei åll ban Håår

und schåffet, wås des war.

auswoaden

ausweiden, ausnehmen, Eingeweide entfernen

I bin's a freia Wildbratschütz, Wildschützenlied

Und wia i's Rehtierl auswoadn tua,

schaut mir da Jaga zua.

Ei, du vaflixter Wildbratzschütz,

paß auf, was i da tua.

 

Mei Bixl und mei Gamserl kånn i enk net gebn,

bevor i dås tua, eanta wåg i' mei Lebn.

aufgroazt

verärgert

Die Ausflüg von Aussee (Gehst von der Pötschnhöh), Johann Kain (1820-1894)

Gehst von der Pötschenhöh nåch da Stråß gegn Aussee oder von Radling zruck gegn da Mautbruck

Schau dir nur ålls guat an, wånnst a nix hast davon,

gfålln muaß dir, wånnst nit liagst, 's Landl, dås d'siagst.

Wånnst mir dåschimpfn tatst, då war i glei aufgrozt, warst von da Stund ån heint nimmer mein Freind.

aschling / arschlan / ärschlings / oarschlings

rückwärts, nach rückwärts schreitend

(zu Arsch, mhd. u. ahd. ars = urspr. Erhebung)

Muattasproch, Die Seer

Entarisch des herst öft übern Inn

aschling so klingts hoit im Ennstol drin

so voller Wärm Kroft und Herzlichkeit

a Mundart spiegelt Lond und Leit

bachalwarm / bacherlwarm / bachalwoarm

[bɔchalwɔrm], [bɔchalwɔarm]

wohlig warm, angenehm warm, lauwarm

(mhd. bachelen = erwärmen)

Sommersbergersee, Die Seer

Schau da Huber he da Moser und da Meier und i
sogar die Wiener Seer liegn do glei vis a vis
ob weiss ob bloach oder ob braungebrannt
olle liegn sie do am Sommersbergseestrand

batzwoach

teigig (weich wie Teig)

(Batz = Dreck, Schlamm, Klebestoff;

woach = weich)

Von Haus aus, Die Seer

Es gibt solchene und sochene und sochne gibt’s a,
es gibt grode und windschiefe,
batzwoache
und so
zach

Berigpfeifn

Seitlpfeifn

(eine Art Querflöte. Kleine Seitlpfeifen heißen auch Goaßpfeifen, große nennt man Berig- oder Birigpfeifen.)

A Leyern, a Geing und a Berigpfeyffn, Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

A Leiern, a Geign

Und a Berigpfeifn.

Und hiatz kummant eahn d' Mentschar

En Bauh sölm angreifn.

Birig 3 / Berig 3

(Plur. Birigen)

Gebirge

 

Gamsbirig = Gemsengebirge, Hochgebirge

Spini, H.v. Goisern

kennst di aus, woaßt eh was i moan
a Berig is nix anders wia a mordstrumm Stoan
aber obn auf’n Gipfel des sag i allemal
is viel schener wia drunten im Tal

 

In's Birig, trad.

miaß ma geh heut no in's Birig gehen
s waht ja koa Wind nit, 's is Wetter schen

 

A Gams han i gschossn, trad.

Hiazt muß i mei Steigeisn

Spitzn lassn,

Sunst muaß i das Gamserl

Im Birig lassn

 

A Leyern, a Geing und a Berigpfeyffn, Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

A Leiern, a Geign

Und a Berigpfeifn.

Und hiatz kummant eahn d' Mentschar

En Bauh sölm angreifn.

Bletzn / Bletzen

Bäume, die geschlägert werden, anhacken, eine Kerbe in die Rinde schlage

( mhd. bletzen = einen Baum anhacken)

Muattasproch, Die Seer

Steankn Reankn Echponko
Bletzn a Fetzn a haftiger Blo
Datscha Hadscha Guglhupf
Hodern Gschlodern Rudlsschupf

Blabmoaserl

Blaumeise

lab = lau, graab = grau

Früahlingsgsangl, Franz Stelzhamer

'S Blabmoaserl pfigatzt,

Und's Roatmandl stigatzt

In der Leitn so scheen;

Und dahuitn in Häuserl

Da wischpert mei Zeiserl

Sei' »Zilzilzilzern!«

(das) Blo /Bloh / Bloch [plo]

Mehrzahl: die Bloche

Bloch = entrindeter Holzstamm

der und das Bloch (die Blöcher)

gefällter und von Ästen gesäuberter Baumstamm (Holzbloch).

 

Ein gefällter Nadelbaum wird in Bloche von 5-6 m Länge zersägt. Das unterste Bloch heißt Stammbloch [schtåmplo], oder Fladerbloch [fllådaplo]. Wird das Bloch in Bretterzersägt, zeigt sich der Fladder [da flåda] d.h. Wirrlinien der Jahresringe

 

Das zweiter Bloch heiß der Spieler [da schpla] und ist in der Regel das wertvollste Holz, da dieses geradlinige Faserung und läßt sich in Gegensatz zum Fladerbloch leicht klieben (spalten).

Quelle: O-Radl, Salzkammergut Dialektvarianten

Muattasproch, Die Seer

Steankn Reankn Echponko
Bletzn a Fetzn a haftiger Blo
Datscha Hadscha Guglhupf
Hodern Gschlodern Rudlsschupf

blossfuassig, bloßfuassig, blofuassig

barfuß

Bamhaus, Die Seer

Bau ma uns a Bamhaus, blossfuassig duris Moos,
koan Stress und a koa Hektik, endlich ist nix mehr los

Hurra die Gams, Die Seer

Auffi und obi
Und durch die Mittn durch
Ob blossfuassig oder a in grobgnahte Schuach

 

Gstanzl aus dem Ausseerland

Koan Kreuzer, koan Geld

Und koan Schuh, koan gånzn.

Koan Bloßfuaßadn låß ma nit

Umitånzn.

Botschn / Potschn / Båtschn / Påtschn

1. Hausschuh aus Filz

2. Reifenpanne

[mhd boz = kurzer Stiefel]

 

Botschochta / Påtschåchta / Potschachta / Botscherl / Patsch / Potschi

(Betonung am ersten o)

patschert (= Tolpatsch), ungeschickt sein, ein Depperl, unbeholfen, schwerfällig

Eigenschaftswort dazu: botschat bzw. patschert

 

Muattasproch, Die Seer

Wos in Vorarlberg a Loamsüdar
Is im Mühlviertel a Botschochta
A Gfrasta so hoassts rundum Wean
A Frissumsist wirst im Raabtol hean

Brachta / Brachtat / Brachter / brachtn

(siehe Prachta)

 

Brentlerin

Sennerin, Halterin, Schwoagrin

 

Sennerin oder Schwoagerin sind heute als Namen für die das Almvieh betreuenden Frauen gebräuchlicher als das viel ältere Brentlerin.

Die Brentl ist ein Milchgefäß, eine Almhütte wird auch als Brentlhütte bezeichnet. Brenteln bezeichnet die Betreuung des Viehs auf der Alm.

Der Geliebten erotisch aufgeladene nächtliche Besuche zu machen, hieß im bäuerlichen Milieu einst auch brenteln.

Von der hochen Alm auf die Niederalm; (trad.)

Pfüat di God, du schöne Schwoagrin,
schöne
Schwoagrin, pfüat di God, ja,
hast ma aa amal a Batzl Schottn gebn,
schöne
Schwoagrin, vagelts Gott! 
 

D'Schwoagrin, (trad)

Schwoagrin steh auf

es fliagn scho di Schwoim

deine kialan und Koiman

grosn a scho iba di'Oim

Broadnhoaza

(Kainachtal)

Angeber, Krenreißer

ursprünglich Arbeiter in der Sensenschmiede

Muattasproch, Die Seer

A Broadnhoaza sogns im Kainachtol
zum Buam a Suam herst in Graz monchmoi
Tiroler de s
ågn gstiascht fein grod so
hoasst im Ausseerl
ånd husig gschmo

 

dahi gehen / dohingehn / dåhi gehen

auf die Alm oder auf einen Berg gehen

Juschroa, Die Seer

Dieses Lied möchten wir gerne als

Anleitung zum dohingehn verstanden wissen weil wir moin, dass dohigeh mitn refirign Onglegat sowie oaner kewigen Jausn konns upoasch haftig sche sein.

 

dal / dadl

da

„sodal” = so da

 

Datscha / Datscher

Filzpantoffeln

Muattasproch, Die Seer

Steankn Reankn Echponko
Bletzn a Fetzn a haftiger Blo
Datscha Hadscha Guglhupf
Hodern Gschlodern Rudlsschupf

dåni / doni

 

(Gegenteil von

dåna / dona)

hierhin, hinzu, davon (mehr)

 

(z.B. „Geh doni, sist beißta di!” = Geh weg, sonst beißt er dich!;

„Kimm dona vom Bam, sunst dawischt di da Bliiz!” = Geh weg vom Baum, sonst erwischt dich der Blitz.)

 

donikait / donakeit = etwas wegwerfen

Tauplitzåalm Lied, Trad

Ǻba Freunderl, wånnn's dir då bei uns nit gfållt,

so sei so guat, und drah di dåni bald,

und wånn's da gfållt, so gib dein Håndschlåag drein,

sollst a ein Tauplitzåalma sein!

 

Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

Lusige Leit

Sand die Engalaenda,

Bald is weit danha geh,

Bin is ara Fremda.

Dåsiger / Dåsiga / Dosiger

 

dåsig / dosig

Hiesiger, Einheimischer

dåsig = hiesig ("von da" bzw. då)

(nicht zu verwechseln mit "dasig" = "verwirrt, schüchtern, benommen")

vgl. Insriga

Da Dåsige, H.v. Goisern

versteht eigentlich irgendwer wås i då sing

kimmt überhaupt no' oana mit?

ebbert is går a so, dass si' wer denkt

i wa' koan Dåsiger nit

decht

doch

Halt oder, trad. (Arrang. H. v. Goisern

mir sand von koan Bauern mir sand von koarn Wirscht

mir sand von koan Wirscht und san decht nit verdiascht

 

"da Weana", Kurt Pikl

Kemmand d’Weana amoi zu ins nach Tiroi,
nocha kimmb ma vie – sie fühn sie woi -
und decht – irgendwas is nit gonz klor,
die Gschicht die i enk vazöh is wirklich wohr!

dleim 2 / gleim

eng besamen, nahe, knapp, knapp daneben

Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

Und in Ausseea Thol

Sand die Bettlan go schmol,

Muaß mi dleim zuahalegn,

Daß i nid ohafall!

 

Zwischen meina und deina

Is Pfoatal zhrissn1,

Leg di nit so dleim zuwa!

Machst mar eina wischn.

drahn / draht

drehen / gedreht

 

åhadrahn, åbadrahn, obadrahn  - herunterdrehen

obidrahn, åbidrahn, oadrahn - hinaufdrehen

oadraht” oder „obidraht” bezeichnet auch den Vorgang des aktiven Würgens oder passiven Hängens

obidraht” bzw. „obidrahn” = „abhindrehen”: jemanden rücksichtslos benachteiligen; durchfallen lassen

 

Ådrahter / Odrahter / Odrahta - durchtriebener Mensch

Das Edelweiß (Biermösl Blosn)

Das schönste Blüamerl auf der Welt, das ist das Edelweiß.
Die Sennrin sagt zu ihrem Buam: „Geh' hol' ma so a Gsträuß, dull-jöh!”
Da Bua, der macht sich auf schee staad, da Bua kommt nie zurück.
Vom Felsn hats'n obadraht, zerschmettert das Genick, dulljöh!

Wildschütz Räp, H. v. Goisern

Tu was i dir sag Bua, halt di stad
du wärst nit der erste den’s åbidraht
Setz auf dein Huat, schmeiß åba dei Büx
jetztat hilft dir neamanix

Gstanzl

Buama, gehts hoam schen stad,
D'Sunn hat si ohadraht.
Kemmts halt an andersmal
A wieder all.

Stadltür, (trad.)

oans, zwoa, drei, vier, hob di stad
daß 's di nit obidraht
obi ibas hobanföd g
eht's a wengerl schnö

De Gamserl, (trad, Arrang. H.v. Goisern)

huidiridulie aber Gamserln habts enk stad

huidiridulie, daß enk nit abi draht

huidiridulie aber schauts die Schlankerln an

huidiridulie jetzt sands davon 

drawig (dråwig) / drabig / dråbig /
trabig / trawig / trabig

 

[mhd. draben]

dringend, eilig, schnell, rührig
(vgl.
gneadig, husig)

 

(„Host das du heut drawi!“ = Du hast es aber eilig heute!)

(„I håbs drawig“ = Ich habe es eilig, bei mir pressiert's.)

 

Die berühmte Getreidegasse zu Salzburg hat ursprünglich (um 1150) Trabgasse geheißen.  Der Name leitet sich nicht vom Getreide ab, sondern ist mit dem Mundartbegriff trabig bzw. drawig verwandt.

Drawig, H. v. Goisern

weil drawig, drawig, drawig

drawig håb'n ma's heut

weit drawiger wie gestern no' und morgen

håb'n ma a koa Zeit

dumpa / dumper

dämmerig, düster, dunkel; Nacht werdend; leis erklingend

zu dumpl

Das Verb dazu heißt dümpln oder dümpilan und bedeutet:anfangen zu dämmern, dunkel werden.

[ahd. timbar, mhd timber]

Es wird scho glei dumpa, trad.

Es wird scho glei dumpa,
es wird scho glei Nåcht.
Drum kimm I zu dir her,
mei Heiland auf d’Wåcht

eahna / eàhnà

deren
(Das Genitiv wird bairisch durch eàhnà ausgedrückt, z.B. "die san eàhnà dreißge" = "es waren deren dreißgig"

De Gamserl, (trad, Arrang. H.v. Goisern)

und wie i's znagst han g'sengn

sands eahnarer sechzge gwehn

san aufi über d'Schneid

des hat mi sakrisch gfreit

Eahr / Öhrl

Ohr
(Mehrzahl: Eahrln)

Guats Gfühl, Die Seer

Do bin i glei noamoi uns I sog des für den Foi
dass mi oana nit versteht der wos auf den Eahrln hätt
zwischen Dirndl und an Buam braucht es goar nit vü
ausser a guats guats Gfühl

ehnter / ehnta / eanta / enza / enta / enter

eher, früher

 

[Komp. von mhd. ē, er = ehe. innewendig]

 

Und die Alte meint: »Da müaßat do inseroane aa epps wissen, wenns a so waar! Mir müaßatns überhaupts ehanda wissen, wia der Bua selm. Und mir wissen vo koana Hochzeiterin gar nix. Überhaupts gar nix aa! Ham mir no net amal an Gedanka drauf ghabt!«  (Madam Bäuerin, Lena Christ)

 

 

3. Strophe der oberösterreichischen Landeshymne; Franz Stelzhamer

Dahoam is Dahoam, wannst net fort muaßt, so bleib
Denn de Hoamat is ehnter der zweit Muaderleib

 

Gstanzl ausm Salzkammergut

Hån i ehnta nia gwißt,

Wia dar Fuchs d'Henna frißt.

Åba hiatz woaß is schon:

Ban Schwånz påckt as ån.

 

Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

Und eh i main Diandl laß

Ehanda laß i als's,

Ehanda Schuach und Schtimpf,

's Diachl vom Hals

 

Tief eine zan Herz'n, Glawischnig Gerhard

Tief eine zan Herz'n mueß a rechta Trost geahn,

sunsta bleib a davor bei da Labmtür steahn.

Mit'n Red'n allan is noch gar nix getan,

a richtiges Tröst'n fangg enta schon an.

eiwengi / einweng / einwenig / einweni

innen, innerlich, auf der Innenseite oder in sich gekehrt, inwendig

[mhd. innewendig]

 Wilds Wossa, Die Seer

In deine Augn host des Glitzern vom Altausseersee
A Lochn so frisch wia November im Schnee
Wonnsd mi onschaust donn wird ma
so einwenig dabei
I konn mir nimma vorstelln ohne di zu sein 
 

an Eichtl /

Eicht / Eichtl / Eichterl

kurze Zeitspanne, eine kurze Weile (mehr)

 

[mhd. ûhte / uohte = Zeit der Dämmerung, auch Nachtweide des Viehs]

D' Stern Lied,  Franz Stelzhamer

Und d' Sternl voll Glanz,

Da zoiht's mi halt aaffi

wia d' Buama zun Tanz.

O waar I wia's Gwölkert

So lüfti und leicht,

Glei floigat (fliagat) i aaffi

Und schaut an Eichtl!

endahoib / entahoib

jenseits

(siehe „ent“ und Richtungsadverbien und -adjetiven)

 

entarisch / entrisch / endarisch

schaurig, geheimnisvoll, gruselig

 

vom „ent” oder „enddn” (drüben), dem Jenseits kommend

 

(siehe „ent“ und Richtungsadverbien und -adjetiven)

Muattasproch, Die Seer

Entarisch des herst öft übern Inn

aschling so klingts hoit im Ennstol drin

so voller Wärm Kroft und Herzlichkeit

a Mundart spiegelt Lond und Leit

 

Aus is, H.v. Goisern

ziehmts di nit a

heut is a wenig entrisch

irgendwas is nit so wie allweil

irgendwas liegt in da Luft

riechst es nit a

 frei a wengerl a Schwefelgruch

enhö und herenhö

(ent / entn bzw.
herent / herentn)

ent / drent bzw. herent

 

(drüben bzw. herüben – siehe „Richtungsadverbien und -adjetiven)

Da Dåsige, H. v. Goisern

ob entn, ob herentn is a wohl wurscht

und Menscha gibt's docht oder då

enhö is herenhö wanns ja ned bist

und sei' kånn's überall g'schmå

etla, etli, etlani

einige, etliche

Die Ausflüg nach Aussee, Johann Kain (1820-1894)

Zum Grundlsee hinei
solls dir wohl nit z’weit sein,
dort muaßt håld eini gehen,
‚s wunaschen.
Ålmdirndl, etla Schårn,
siagst wia’s zun Lådner fåhrn

 

Gstanzl

Drenta da Donau

hab´n alle zweng Hirn

nua a etla san g´scheit

do feit´s himmelweit

Echponko

Kartoffel

(mehr)

 Sapperlot , Die Seer

Loss die Vogelfonga endlich Vogelfonga
Und loss den Saustoll versaut
Loss den Amtsschimmel am Amt verschimmeln
Oba loss mi ausn Kraut
Loss dir koa Millibixn umiwixn
Loss'n Oachkatzl sein Schwoaf
Weil ma Echponko nur mit Echpon kocht
Wirds net zsiass und wirds net zschorf

Faxn

unernstes Gerede

DIRNDL WOASST NU DEN BAM, trad.

Du narrischa Bua du

bist volla Faxn

jo wia kå den in Winter

a Resal wachsn (Resal=Röschen)

Feitl / Feitel

kleines Messer, „Jausen-/Brotzeitmesser

Da Insrige, (trad)

ja aber sitz di na zuawa
du saubers Leutl
aber dass die nit schneidst
bei meim Taschenfeitl

fetzn / fetzen

1. schlampig und unleserlich schreiben;
2. hastig arbeiten;
3. in großen Flocken schneien;
4. Fezn (vermutlich zu mhd. vazzen = sich kleiden) zerrissenes Kleidungsstück, Waschlappen;
5. Rausch

Fichta / Fischta (das)

"Vortuch", Schürze

 Das Mundartwort "Fischda" hat nichts mit dem Fisch tun, das Fischda ist das Fürtuch und gehört zum Miedergewand. Barbara Rettenbacher zitiert in ihrem Buch "Mundart zwischen Grasberg und Tauern" eine alte Niedernsiller Näherin: "Am Werchtoug ham ma a druckts Fischda g'habb, am Feischtoug (Feiertag) oans aus Peraßl (Baumwollstoff) und fi Braitgwanter (Brautkleider) oans aus Krepdaschin (Crêpe de Chine, ein Gewebe aus Natur- und Kunstseide).

Muattasproch, Die Seer

a Wonznpress auf da Schess upoasch ra

Fichta Kischta aboa öha

Glachö wachö  Guggnschies

die Muattasproch sogt wias i

 

Ausseer-Gwand, Hans Gilge

's Fischta so blab, wie da Enzian is,

Almreserlfarb' hat der Kittl für gwiß

 

Ausseer Wörterbuch für Fremde, Hans Gilge

Die Mädchen und die Frauen tragn bei uns statt Schürzen Fischta, wenn einer einen Schrei ausstoßt, so sagt man:
Schau hiaz, kischt er.

Flaxn

Flechse, Sehne

Gstanzl aus dem Ausseerland

Wånn i auf mein Diandl denk

Und auf ihr Hoanzlbänk,

Ziagt's mar ålle Flaxn zsåmm

Und kriag i an Gråm.

Fliegenprakn

Fliegenklatsche

 

 Sapperlot , Die Seer

Loss die Kakerlaken auf die Laken gagn
Moch ma koa X zu an Z
Loss die Fliegenprakn auf die Fliagn prakn
Oba moch ma koa Gfret

Foam, Fāām, Feim

 

Schaum (insbesondere Bierschaum)

fuamig = schaumig

 

[ahd., mhd. veim]

 Allright beim Veit (Veitstonz), Die Seer

Wo dGams grosse Oa no legt
dort sama dahoam
und wonn ma wos nit trinkatn
is a Bier ohne Foam
 

Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

A frischi Maß Bier

hat an Foam, an weißn,

Und heint gehmas nit hoam,

Eh onns ins außischmeißn.

Frissumsist / Frissling

Einer, der umsonst (=umsist) bzw. auf Kosten von anderen ißt. Schmarotzer

Muattasproch, Die Seer

Wos in Vorarlberg a Loamsüdar

is im Mühlviertel a Botschochta

a Gfrasta so hoassts rundum Wean

a Frissumsist wirst im Raabtol hean

fruatig / frutlengs

Hurtig, schnell, ohne Umschweif, sogleich; lebhaft, aufgeweckt
siehe gneat / gneadig;
dråwig; husig

 

gach

schnell, ziemlich, woiddan, jäh

[mhd. gaehe, gaeh]

(Wea an „Gachn“ kriagd, der wird zornig)

Gib mir 3 Minuten um die welt zu retten, DIE SEER

Monchmoi vergehts strudeltoagzach,

a ondres Moi geht’s a goar ge gach

gagn

Stuhlgang haben

 Sapperlot , Die Seer

Loss die Kakerlaken auf die Laken gagn
Moch ma koa X zu an Z
Loss die Fliegenprakn auf die Fliagn prakn
Oba moch ma koa Gfret

gamsig

eine starke körperliche Lust verspüren

Narrisch + Gamsig + Erdig, Die Seer

Wir san hoit narrisch gamsig erdig na und

oba zum Sudern is des no long koa Grund

Gankel, Gankerl

(Ganggal)

kleiner Teufel, Lausbub

(und ein „Ganggalschmôiz" ist ein Margarine)

 

vgl. Fanggerl, Fankerl

Kasermandl, Tiroler Volkslied

Oba des is no garn nix, in Oberndorf drom,

da huckt a klans Gankerl ganz gleim drunt im Graben.

A ganz a klanes Löterl mit kohlschwarze Augen

Da siagst bald den Himmel, bald die Höll ausaschaugn.

Da Ruas und der Hexenschuß, ja des war nu a leichts,

hat die des in Kralln, ja dann hüft da nix gweichts.

 

Teifi-Gstanzl, Weise. Bertl Witter, Traunstein

Da Fuchsnbauer z'Moos, hul-jo,

hat's Ganggerlfanga los, hul-jo,

mit'n Fangeisn und an Sack,

ja, da fangt er, was er mag!

Gårschn

Schubkarren

Gstanzl aus dem Ausseerland

Wiar i munter bi woarn,

San d Hosn in Koarn,

Åft bin i mi da Gårschn

Ins Feld aussigfåhrn.

ge
gent, gähent,
gę(n)

Abtönungspartikel

 

demnächst, bald, gleich (zukunftsweisend)
„Moasd  amend daß ge schnaibb?“

„Iaz macht ea ge aa Feiramend“

„Iat weama ge gee miassn“
„wås ge des gscheiter wa“

Heilige Nacht, Ludwig Thoma

Wer war ge der Bursch, liabe Leut?

Wie hoaßt a? Wia hot er si gschriebn?

Mir wiss ma’s no net bis auf heut,

es is ins koan Ausweis net bliebn.

 

Da Dåsige, H.v. Goisern

i moan hiatzt is's ge wieder soweit

i hålt's scho' går neama aus

umatum suderns und regna tuat's a so vül

dass da Sau sogår graust

 

Da Diab, H.v. Goisern

i håb ma denkt i kimm ge heut

a weng zu dir i brauchat wen

der redt mit mir

geit
(geit’s)

gibt (gibt es)

Franz von Kobell, Oberbayerische Lieder und ihre Singweisen, 1830

z’ Borischzell da is a Freid,

San d Gams leicht zum dafragn,

San d Dirndln bei da Schneid,

Drum geit’s allwei eppas z’ jagn.

Buama, stehts gschwind auf und losts, was ‘s heit geit, Weihnachtslied)

Zu Mantua in Banden, Bluatschink

Des Lånd, des wår so oft bedroht,
håt oft sich selbst befreit,
drum sei mir doch so dånkbår heind,
dass' so lång Frieden
geit!

Gstanzl aus dem Ausseerland

Båld i auf mei Diandl denk

Und auf ihr Schen,

Åft geit's ma ban Herz an Stih

Und ban Årsch zween.

Gfrasta

Gesindel, Lumpenpack

Muattasproch, Die Seer

Wos in Vorarlberg a Loamsüdar

is im Mühlviertel a Botschochta

a Gfrasta so hoassts rundum Wean

a Frissumsist wirst im Raabtol hean

gfroatig / froadig

gfroadig: frische Art, unternehmungslustig

froadig: gierig, heiß auf etwas, sehr aufgeregt. froadig seì. zornig, aufgebracht, angefressen sein

wia gråd as kloane Drindl gfroatig daherkimmt

ghoam / in da Ghoam

zutraulich, Stille / im Geheimen, Zurückgezogenheit

Gstanzl ausm Salzkammergut

Åba dås Diandl muaß i håm,

Die is schen ghoam,

Und die wickelt si går so gschmåh

Umara um oan.
 

Kimmt’s Fruahjoahr, Von Gerd Posekany

Und d’Liab, dei in d’Ghoam

scho vagessn bold is,

blüaht wieda auf,

deis is wuhl g’wiss

Giggus

selbstgebrannter Schnaps

 

vgl. Randibudandi (scherzhaft für nicht besonders bekömmlichen Bauernschnaps)

Höttinger Voglfocher-Lied, trad.

5. Buabn, nehmts an Giggus mit
und tiats ihn guat versteckn,
wenns der alter Grießer sieht,
dann kriag ma koan mehr z'schmeckn.

Gigl-Gogl

Hahn (Gickariki, Gickal, Gockal,Gockalhahn Gogola,Guggl, Hauhdidl, Hahnigl, Kikeriki)

Gstanzl

Da Gigl-Gogl hat a Henn ghabt
und da Gogl-Gigl hat's a.
Sagt da Gigl-Gogl zum Gogl-Gigl,
gigl gogl du die meine a.t

Gjoad / Gejaid / Gejeide

 

(gjoat = gejagt)

1) Jagd; Jagdgesellschaft, lärmende Unterhaltung, Gestalten, die nachts im Wald an Stellen mit Grenzstreitigkeiten miauend und bellend umherziehen

2) Flur an der Grenze

 

[mhd. jagede, zusammengezogen zu jeide: das Wilde Gjoad]

Die Ausflüg nach Aussee, Johann Kain (1820-1894)

Zähl amål d’ Berigen zsåmm,
a jeder håt sein Nåm,
schen in an Kroas banånd
hast es allsåmt. Mir håbn zwar nit viel Troad,
håbn aber Wild und
Gjoad

Gstanzl

Innviertel Ross und Troad
Mühlviertel Flachs und Gjoad
Hausruckviertel Obst und Schmoiz
Traunviertel Soiz

gleim / dleim 2

 

[mhd. gleim] (gelim hiebei = nahe, knapp, eng)

eng besamen, nahe, knapp, knapp daneben

Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

Und in Ausseea Thol

Sand die Bettlan go schmol,

Muaß mi dleim zuahalegn,

Daß i nid ohafall!

 

Zwischen meina und deina

Is Pfoatal zhrissn1,

Leg di nit so dleim zuwa!

Machst mar eina wischn.

gmua / gnua

genug

Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

Göld hot a freili koans,

Schneid owa gmua,

Liawa zweng Göld

Ols zweng Schneid auf da Wölt.

 

Trink is a haibat Bia,

Sogt drei da Wirscht za mir:

Du, kloana Häuslbua

hiarst sch bald gmua!

gneat / gnead / gneati / gnedig / gnättig

„genötig” Eile, Streß

„i håbs gnedig”  oder „i hon an gnet”  = ich habe wenig Zeit bzw. ich habe es eilig
(an gnet / gned / gneat / gnead håbn - es eilig haben, gneateg/gneadig – eilig)

 

siehe dråwig; fruatig / frutlengs; husig

[mhd. genœtec = rasch]

Das Multi-Kulti-Klo, Suamstockfaschingbrief 2008

Frau Waltraud fährt nun glei weg, Mittag wird gemacht,
und waüs dahoam so gschmoh is wern 2 Stund draus gemacht,
jo bein Grundlsee do hot koa Frau an
Gned,
sie behält die Ruhe, ist es auch noch so spät. 

¾ 11, Querschlaeger

i steah in Mågreatn
wåcht aufn gebn Wågn

i hån an gneat

i muaß no nåch så mechtn fåhrn

 

nid so huseg, Querschlaeger

da ålte Gradl fåhcht mitn Wåffnradl
va Schegang nåch Michee
weil seit 20 jåhr kriagt a ba da Kathl

jedn Pfinståg Kaffee

da Tåg is schea da de Auang grea

auf n Himme pickt koa Futzei Wolkn drån

nur auf n Ånga heignt se mit an gneat

åls fångats glei zan regna ån

gnetter / gnetta

1. bloß, nur, just, soeben

2. genau, gewiß, wahrscheinlich, richtig, gerade, eben

 

genetter (gesprochen gnetta) ist verwandt mit dem französischen Lehnwort nett (Fr. net = rein, rechtschaffen) „freundlich, sauber, unzweideutig, hübsch“ und
dem Italienischen entliehenen netto „rein, ohne Verpackung, nach Abzug der Unkosten, ohne Rebatt“.

Das Wort stammt ursprünglich vom lateinischen nitidus „glänzend, sauber“ ab.

 

gnetta weis = gezwungener Weise

 

siehe netta

(Monika, Ludwig Thoma)

Auf z'letzt hat er si wieda bsunna und sagt: Jetzt waar's eahm gnetta gleich, weil er do scho mit ihr verkündt waar, und am Montag tat er s'heiratn.

Goder, Godern

1. Doppelkinn

Jemandem das Goderl kratzen = jmdm. schöntun, schmeicheln

 

2. Schmuckring (aus hebr. godar = umbringen)

 

3. Gattertor

Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

Und dos landlerischtonzn

Unds Godern schliafn,

Dos hon i mein Dirndl erst

Lerna miassn.

go / goar

gar

 

graan

sich sorgen

Wiederum dahin, H.v. Goisern

aber netta um oans mußt die graan
bald da Tag auffa geht muaßt di
graan

 

Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

Entas Haus, drentas Haus

Passnt ma d Lausbuam aus,

Weil sa si olweil gran,

S Mensch mocht mar auf.

graden (gråden, gråten))

entbehren, verzichten

„Dos ko i net groten“ – ich kann nicht darauf verzichten, das kann ich mir nicht entbehren;

abend spat, (trad., Arrang. H.v. Goisern)

und war das Wegerle no so weit
i kunnts nit graden mehr heut

 

Gstanzl aus dem Ausseerland

I wollt's Wasserl gern wåtn,

Wånn's nit so tiaf war,

I wollt's Diandl gern gråtn,

Wånn's nit so liab war

 

 (Titel u. Autor unbekannt)

Znagst hå i's in Herrn Pfårrer beicht,
is Dirndl gråd i nid leicht.
Sågt der Pfårrer zu mir,
s'geht ma gråd so wia dir.

 

A lustigö Eicht, Spruchgedicht von Franz Stelzhamer
A lustige
Eicht
hat der Herrgott selm gweicht,
selm gweicht und selm gsegnt, /
ruck en Huat, wanns da gegnt.

I han amal beicht,

i grat s Trinka net leicht,

sagt da Pfarrer zu mir,

mir gehts grad so wia dir."

ghrerscht 1/ greascht

geweint (greart)

Vergangenheitsform von rearn

(Ausseerisch, wo rn  zu rsch zwischen r und t eingeschoben wird, z.B. gherscht si dås = gehört sich das

dischkhriarscht - diskuriert)

Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

S Diandl hot ghrerscht um mi,

Weil i bald higfoiln wa,

Und dahoam miassn sasi a olls kaffn.

Gråm

Krampf

Gstanzl aus dem Ausseerland

Wånn i auf mein Diandl denk

Und auf ihr Hoanzlbänk,

Ziagt's mar ålle Flaxn zsåmm

Und kriag i an Gråm.

Gressing

kleiner Tannen- oder Fichtenbaum, Wipfelsproß des Nadelholzes

Gstanzl aus dem Ausseerland

Wånn i auf dar Ǻlm obn waar,

Bussert i 's Gressing å.

Guat, da i nit obmad bin,

D' Gressing waarn hin.

Granitzn

Grenze

(slav. Lehnwort von granica)

Wann du durchgeahst durchs Tal

1. Wann du durchgeahst durchs Tal,
he Bua, jauz no amal,
daß i di nomal hear,
vielleicht nacha nix mehr,
hola reiduli rei, duli rei dulio, kola rei duli rei, duliho, haho.
3. I hear nix mehr wischpln,
i hear nix mehr schrein,
mei Bua muaß schon üba de Granitzn sein.
4. Üba d' Granitzn is a,
das han i dafragg,
das hat ma mei Nachbar
sei Haltabua gsagg.

grotn / geraten

gradt’s


(gråtn / grodn)

geglückt, Erfolg haben, gelingen gediehen, gut ausfallen, gut entwickeln
„geraten“

z.B. „dös is ma grodn“ – das ist mir gelungen;
 „då hots uns grodn“ – da haben wir Glück gehabt;
„dös ko i grodn“ – das kann ich lassen

[mhd geraten,

[ahd. giraten, urspr. anraten, Raten erteilen]

 

Das Gegenteil heißt vagrodn (mißlungen, mißraten)

In’s birig, (trad., Arrang.  H.v. Goisern)

ja aber gamserln gibt's na, da wahl

heut gradt s uns gwiss amal

sechse san gar nit z'viel

bald si's doan will

 

Der Sumberger Bauer

Mei Felderl is a gor misrabi, koa Troad will ma gratn gar nit, da Haban war endli passabi, vorm Gras hob i a bald an Fried. Da Roggn, der will ma net gratn, an Woaz tuat die Sunn schiar ausbratn

 

A Gams han i gschossn, trad.

Wegn 's Gamslanschiassn

Han is ins Zuchthaus müassn,

Und wegn's Lebern bratn

Mag i 's no nit gratn

 

 Gstanzl aus dem Ausseerland

Mei Våder, mei Muatter

Sand kreuzbrave Leut,

Håmd eahn ålle guat grådn,

Nettar i hån eahn gfaihlt.

Groamat / Groamatl

2. Mahd des Jahres

Hinterberger Dirndln, Hans Fraungruber (1863-1939),
Melodie Hans Gielge

Geh i durchs Hinterberg,

låcht ma mein Herz,

san so viel Dirndln,

wie Körndl im Stez (gekocht u. gedunsteter Maisgries).

Geh ma nur, werden schon ans kriagn,

liegt jå a Groamatl

no in da Wiagn.

's Dirndl is mit'n Kohlführmånn gfåhrn, Konrad Mautner

's Diandl is mit'n Kohlfuhrmånn gfåhrn,

drum is so schen schwåchzaugat wårn (2x).

Tua nit so weit dåhi wådn!

(|: Nåchn Hei muaß no's Groamat gråtn :|)

's Gheimnis (Am Bergl, då stengan zwa Tannabam), Anton Schosser

Våta, wånn gibst mir denn's Hoamatl,

Våta, wånn låßt mir's verschriebn?
|: 's Diandl wåchst auf wia's Groamatl,

ledig will's a neamma bleibn. :|

Gschlodern / Gschloada / Gschlader / Geschleder

minderwertiges Getränk, z.B. dünner Kaffee, abgestandene Suppe

(mhd. slote = Schaum, Schlamm)

Muattasproch, Die Seer

Steankn Reankn Echponko
Bletzn a Fetzn a haftiger Blo
Datscha Hadscha Guglhupf
Hodern Gschlodern Rudlsschupf

gschmoh

(g'schmå, gschmåh)

gemütlich, griabig, graziös, gut zu leiden, sympathisch, kommod, lieb, nett, sauber, sich leicht anpassend, handsam;

 geschmackvoll, handsam (Salzk.)

Gstanzl ausm Salzkammergut

Åba dås Diandl muaß i håm,

Die is schen ghoam,

Und die wickelt si går so gschmåh

Umara um oan.

 

Aufwind, Die Seer

bitter und siass

lob und gschmoh

sogar der Himmel

is immer oan schritt nah

 

Da Dåsige, H.v. Goisern

ob entn, ob herentn is a wohl wurscht

und Menscha gubt's docht oder då

enhö is herenhö wanns ja ned bist

und sei' kånn's überall g'schmå

gschtiascht / gstiascht

lässig, niedlich, lieb

herzig, drollig, hübsch, lieblich, anziehend, sympathisch, nett, wohlgestalt

laut Hans Mayr (1000 Worte Tirolerisch) ist das Unterinntaler Wort ein typisches Beispiel dafür, wie man durch ein Mundartwort etwas treffend und farbenfroh beschreiben kann. "A gschtiaschts Dianei", "a gschtiaschts Häusl". Im negativen Sinn ruft man, wenn man über etwas entrüstet ist: "Das wär ja doch noch geschtiaschta!"

Dahoam in Dir, Die Seer

Platz gibt's schene auf der Welt

so gschiaschte und so feine wia sonst koane

oba Hoamat die Hoamat gibt's nur oane

Leit gibt`s gschmohe auf der Welt

so husige und liabe wie sonst koane

oba Liab die oa Liab gibt's nur oane
 

Muattasproch, Die Seer

A Broadnhoaza sogns im Kainachtol
zum Buam a Suam herst in Graz monchmoi
Troler de s
ågn gstiascht fein grod so
hoasst im Ausseerl
ånd husig gschmo

 

"da Weana", Kurt Pikl

An Internet hommbs gsuacht – ob da wos steht,
wia des mit an Weana Kopf vielleicht geht.
Oft an galing hommbs es decht risikierscht -
wos nocha gscheng is, des wor scho gstiascht!

Gschisdigschasdi

Umständlichkeit
(„Moch ned so a Gschisdigschasdi draus.”)

Auch: Unsinn: Unangenehmes

 

gsoad / gsoat
(g'soad / g'soat)

gesehen

(soat = sagt)

mittelhochdeutsch -age- (gesaget)

Gstanzl - Mei Vader, mei Muatter

Des Deandl hod gsoad

Hod an Floh a da Pfoad.

Muaß i einiglaunga

Muaß in auafaunga!

 da Guck / d Gückin

Kuckkuck

Gstanzl - Mei Vader, mei Muatter

Wann mei Muatter a Gückin war
War mei Vader a Guck,
Und mei Schwester a Gücknkind
Und i a junger Guck.

Guglhupf

Mehlspeise mit Loch in der Mitte (Napfkuchen oder Ofnnudl)

( mhd. gupf, gupfe = Spitze, Gipfel). Gugl = Haube, Kuppe, Berggipfel

 

Muattasproch, Die Seer

Steankn Reankn Echponko
Bletzn a Fetzn a haftiger Blo
Datscha Hadscha Guglhupf
Hodern Gschlodern Rudlsschupf

Guggnschies

Guggn = Hintern, Gesäß

Guggnscheckn = Sommersprossn

Muattasproch, Die Seer

a Wonznpress auf da Schess upoasch ra

Fichta kischta aboa öha

Glachö wachö  Guggnschies

die Muattasproch sogt wias i

Gwahn

Schneewächte

Auf da Gwahn, da kloana Håhn,

Auf da Gwahn, da kloane Håhn,

rauscht und rodelt ållwei drån

Zwengn dem Rauschn hat da Håhn

seine Federn vertån

Hadscha / Hatscher

ausgetretene Schuhe; langer Fußmarsch.
A Hadschada”ist einer, der hadscht (schlecht geht, hinkt)

Muattasproch, Die Seer

Steankn Reankn Echponko
Bletzn a Fetzn a haftiger Blo
Datscha Hadscha Guglhupf
Hodern Gschlodern Rudlsschupf

Hålsn

umarmen, um den Hals fallen

Juche, Die Seer

Landlerisch Seerisch
Hålsn bold's finster is
Wonn's na bald finster wa
Dass uns neamad sah.

 

Gstanzl aus dem Ausseerland

A frisch Halb Win

Schenk i mein Diandl ei.

Und a Fledermausbluat

Daß ihr's Hålsn nix tuat.

 

Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

Und wann is mein Diandl

Ban Tonzn nit håls

Is nettar as won de Bäurin

Die Nudln schmolzt.

Häfn

Topf

 

Heach

die Höhe

mhd. hœhe, ahd hohi


Vergleich Hechtl = Hügel

Da Herbst hot g’schpeacht, Von Hermine Sumann
Da Herbst hot schoa leis viara g’schpeacht,
auf die Olma woar da erschte Schnea,
wounn’s Vieh a noch friedlich umawoarnd,
dauat neamma laung, is zan Olm-Hoamfohrn.
Sennarinnan faungan aun zan Hittn-Putzn,
Butta und Kas führn’s hoam in groaße Strutzn,
von da Heach blost a schneidiga Wind,
da Summa geaht dahi recht g’schwind.

Hechtl

Hügel

1. Strophe der oberösterreichischen Landeshymne; Franz Stelzhamer

Durih’s Tal bin i glaffn,
Afn Hechl bin ih glegn
Und dein Sunn hat mi trückert,
Wann mih gnetzt hat dein Regn.

Hoanzlbånk

Schnitzbank

Gstanzl aus dem Ausseerland

Wånn i auf mei Diandl denk

Und auf ihr Hoanzlbänk,

Ziagt's mar alle Flaxn zsåmm

Und kriag i 'n Gråm

haftig / hafti

heftig, sehr, besonders, arg

Juschroa, Die Seer

Dieses Lied möchten wir gerne als

Anleitung zum dohingehn verstanden wissen weil wir moin, dass dohigeh mitn refirign Onglegat sowie oaner kewigen Jausn konns upoasch haftig sche sein.

(die) Hapfn / Hapfe / Harpfen

Bett; „sich in die Harpfen hauen”; Gestell zum Trocknen von Getreide, Bohnen usw.

Duat hat er als Beistand ganz schnell unterschriebn,
aber trotzdem is er dann no picknbliebn
und hat gfressen und gsoffn und kudert und glacht,
und de Remasure hat dauert zwa Tag und zwa Nacht.
Wia er mit an depperten Schädl derwacht in der Hapfn,
fallt eahm der Freind ei - da hauts eahm aus d´ Schlapfn

 

Iss mit mir, Die Seer

Alloa in der Hapfen ist weit nicht so rar

Hodern / Hodan / Hådern

ursprünglich Schafspelz, Putzlappen, Scheuertuch, Stoffreste, Lumpen (vgl. Fezn)
 (mhd. hader, ahd. hadara = zerrissenes stück zeug, lumpe, lappe)

haribm 3 / harbm / harem

ärgern (harb = herb)

(vgl. „harb sein” = beleidigt sein)

 

Wer jemanden harbt, der beleidigt ihn

 

(gharibt = geärgert)

Im April muaßt di denna min Wedn oft harbn

 

Gstanzl aus dem Ausseerland

's Diandl is harib auf mi,

Und i hån ihr nix tån.

Und hiatz steck i ihr an Spån in Ǻrsch

Und zündt'n ån.

 

Gstanzl aus dem Ausseerland

's Diandl is harib auf mi,

Und i hån ihr nix tån.

I hiat ihr a Busserl geem,

Sie nimmt ma's ned ån.

Häppin

eine Krot (Kröte)

Gstanzl - Und d'Hallstätter Mentscha

Aufn Soarstoaner Spitz
Hamd's a Häppin daschlagn.
Hiazt müassn d' Scheißjager
Das Fleisch ahatragn

Aufn Soarstoaner Spitz
Is a Häppin dafrorn.
Müassn drei Jagern auffi gehn,
's Fleisch oha tragn.

häufeln

1. (an)häufeln

2. schwängern 4

Gstanzl

Und wer håt dånn das Schübern

Und Häufln aufbråcht,

Daß d'Leut a so schübern

Und häufln4 auf d'Nåcht

Heapatreatsch

Wehleidiger

Heapatreatsch, Querschläger

 er måg nid saufn wås a kånn
er fåhcht nid auto wia r a månn
er is a heapatreatsch
er is ban rafn nia dabei
und wånn wås is då treascht a glei
er is a
heapatreatsch

Hennasteign

Schlaf- und Eierlegeplatz des Haushuhnes, Mehlspeise

 Baff!, Die Seer

Die Sau'n auf der Hennasteign habn gjuchizt so laut

da habn di Leut bleg gschaut

herenhö und enhö

(herent / herentn bzw.
ent /entn
)

drent bzw. herent / ent

 

(herüben bzw. drüben  – siehe „Richtungsadverbien und -adjetiven)

Da Dåsige, H.v. Goisern

ob entn, ob herentn is a wohl wurscht

und Menscha gubt's docht oder då

enhö is herenhö wanns ja ned bist

und sei' kånn's überall g'schmå

heröhint und öhint

Los, Die Seer

öhint heröhint an Donaustrom

iwasig und untasig vam Alpenkamm

Ausnohmen und Ausredn konns koane gebn

 a jeda suacht und findt endlich sein Art zu lebn

himmramål

manchmal

vgl. adiamoi (adiam amåi), a diam; iawarmoi, iawö, iawön

Die Steirer san lustig, V. Zack, Steirisches Liederbuch III.

Und erst ån an Sunntåg, då geht der Tånz los,

geht an iader zun Derndl, is er kloan oder groß,

und åft koan Musi, wia's schon himmramål is,

då singan's und jodeln's glei selber beim Tisch.

hiaz 1 (iaz)

jetzt

Weil’s nacher Zeit is, Norbert Wallner

Weil's nacher Zeit is,

So sag'n ma hiaz: Bhüat Gott,

Weil's nacher Zeit is': Guat Nacht!

Es draht si' d'Welt, sie is' so rund,

Vorbei geht a' die schönste Stund

hob di stad / staad

 

(stad / staad
halten / heem)

ruhig sein, stehen bleiben

 

(„heben“ ist gleich „halten“)

 

(„stad“ oder „staad“ = „still“)

Stadltür / Landler

oans, zwoa, drei, vier, hob di stad

daß 's di nit obidraht 

Wildschütz Räp, ( H.v. Goisern)

Tu was i dir sag Bua, halt di stad

du wärst nit der erste den’s åbidraht

Setz auf dein Huat, schmeiß åba dei Büx

jetztat hilft dir neamanix 

De Gamserl, (trad, Arrang. H.v. Goisern)

huidiridulie aber Gamserln habts enk stad

huidiridulie, daß enk nit abi draht

huidiridulie aber schauts die Schlankerln an

huidiridulie jetzt sands davon 

Hob di stad, (Gstanzl)

Hob di stad, hob di stad, daß di net obidraht

Herist  / Herrist / Hörist / Höröst

Herbst

Wilds Wossa, Die Seer

A Stimm die so hell wia a Juschroa auf'd Höh
A Woana so mild wia der Herist drei beim See
oa Wort is vü zwenig
oa Wort is scho zvü
zum sogn wis ma geht
zu beschreibn des Gfüh
 

 

Gstanzl aus dem Ausseerland

Und hiaz wiar i oans toan

Und a Bauernmentsch liabn.

Und åftn i in Herist

Gmuag Äpfl und Birn.

 

Gstanzl, (unbekannt)

Braune Wiesn, nåsse Steigerl,

kimmt da Hörist auf d'Alm,

Pfüat di Gott, scheena Summa,

übers Birg fliagn scho d'Schwalbn!

Hodern / Hodan / Hadern, Huder

(Hòdăn)

1. Lumpen, Scheuerlappen, Fetzen, Lappen, Stoffresten, Putztuch (bezeichnen Lumpen, die aus Leinen, Hanf, Baumwolle oder Wolle bestehen.)

2. hohe Geschwindigkeit: der hat an Hadern drauf ...„"

3. Hodalump / Haderlump (mhd. haderlunig = Lumpensammler), haltloser, liederlicher Mensch, Gauner („Gfrasta”)

 

(ahd. hadara, mhd. hader, ursprünglich „Schafspelz“)

 

Hüll

Decke ("Hülle")

Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

Zidernschlågn, Zidanschlågn

Is a schens Gspül.

I hån ar amål Zidarngschlågn

Inta da Hüll.

Gstanzl aus dem Ausseerland

Drent inta da Hüll,

Und då jugitzt a Grill.

Und a weng ar aussagschaut,

Åba nit viel

Vierzeiler, Schwarzenberger Landler

bin halt mei Lebtag

a lustiga Bua,

han a Truha voll Menscha,

geht d'Hüll nemma zua.

 

Da Insrige, (trad)

ja aber hab di na hab di'na
hab di na still
balds d´allweil so zappelst
habn ma wieder koan Hüll

husig / husi / hussig

1. rasch, flink, flott, vergnüglich, sofort, geschwind, rasch, gach, schnellfüßig

 

[mhd. hiuze = munter, frech, frisch]

Vgl. rebi

siehe gneat / gneadig; fruatig / frutlengs; dråwig
2. praktisch, brauchbar, handlich

3. sehr gut, brav

4. wiff, clever, gescheid

(mehr)

Kapfinger, Zabine

i bin scho so weit dass in de Leit usig dann schau schau i hoit dass i dahi bi husig oda nimm so guat s geht Rücksicht auf oan dea si selbst untadrückt

Es bracht 2, Die Seer

Ob husig oder schleinig, san wir uns einig

 

Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

Gsanglan, Liada und Gasslreim, wias in Gossl da Brau sand, akrat a sou aufgeschrim, wiar is solm hon, das Thoal husig und feyn, das Thoal ubasch und ugfumt, olls durianona

hussen / hussn

reizen, antreiben, anspornen (z.B. den Bund mit "huß, huß!", auf jemanden hetzen

[mhd. hussig = hetzen, reizen]


(hussn= 1. hetzen, jagen, auch "mobben"; 2. sich schnell bewegen;

 

"afhussn"= aufstacheln, anstiften)

 

net hussn" soviel wie mach kein Streß, Alter"

 

iada / ieda

 

vgl.  niada / niader  

jeder

ieda, ieds (jede, jedes)
 

[mhd. ieweder, ahd ioweder, eohweder,
aus ahd iu, eo = immer und hwedar = wer von beiden ]

 

„ie“ ist die historische Vorform von „je“, das auch in „je-der, je-mand, je-mals“ vertreten ist

Gstanzl ausm Salzkammergut

Åba d Lumpn, åba d' Lumpn,

Åba d' Lumpn sand mir

Und an ieds Diandl schaut

Daß an Lumpasbuam kriagt.

 

Gstanzl ausm Salzkammergut

Übern See bin i gfåhrn,

In an gläsaran Wågn.

Und an iader Bua kån jå

Koa Domarin håbn.

 

D' Stern Lied,  Franz Stelzhamer

Waar ebba net gnia

Für an iads aaf der Welt,

Wann ma recht schaffn toalatn

Güader und Geld? -

So sinnier i und traam i

Iabl zlängerst dahi,

Da obmat halt, zaam mi

Waar's besser für mi!

iawaramoi (üwaramoi) / iawöngamoi / iawö / iawön / iawand / iawa / iwawzua

 

(ü → ia)

„übereinmal” manchmal (adiam amoi), ab und zu

(„iawöngamoi is scho recht a Gaudi“)

 

iawat = je(mals)

Iawaramoi, H.v. Goisern

iawaramoi geht oana auf und sagt jetzt scheiß i drauf jetzt hab i gnua, i wüll mei Ruah
und iawaramoi da nimmt er dann sei Gwehr und sagt zu wem geh her du Depp i blos di aus de Schuah!

 

Oben und unten, H.v. Goisern

aba solang no de Musik spült und da Kruag mit Bier se füllt bleibn ma nu a wengal sitzn und iawaramoi toan ma juchitzen

 

Oben und unten, H.v. Goisern

hiazt han i 3 Menscha, 3 Menscha zum liabn,
 wenn’s voneinander wisserten tatn' s'mi fliagn,
 und dass a so bleibt muaß i's iawand anlüagn,
weil wer Mechatn 3, Menscha zum liabn schon verliern

i bin ån

sowas wia: heit låss es kracha, mia geht’s guat

Da Dåsige, H.v. Goisern

da will i alle auf 1x und alle miteinander haben

da will i di a hey mama kimm her

laß di eini jodlei jodlou toan ma miteinander

i bi ån ...

insrige

unserer

(„ins“ = „uns“)

 

vgl. Dåsiger

Da Insrige, (trad, Arrang. H.v. Goisern)

ja aber Buama geht's tanzen

sihst fressen enk d'Wanzen

sihst fressen enk d'Flöh

vo wo sads denn her

intasig / üntasi / untasig

unterhalb

(Gegenteil von „iwasig“ oder „übasi“)
Betonung auf 1. >i<, kommt von „unter-sig"

 

inta = unter

Besser werdn, H.v. Goisern

iwasig intasig

aufeinand nebnanand

füreinand miteinand

duriganand duriganand
 

Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

Owar intase, uwase

Bei da Mitt schwingt sa si,

Das war a Lodn, der nia ghoblt is worn!

iwasig / übasi / überschi

oberhalb“ oder „drüber“
 

(Gegenteil von „üntasi“ oder „intasig“ )
Betonung auf 1. >i<, kommt von „über-sig „

Besser werdn, H.v. Goisern

iwasig intasig

aufeinand nebnanand

füreinand miteinand

duriganand duriganand

 

Los, Die Seer

öhint heröhint an Donaustrom

iwasig und untasig vam Alpenkamm

Ausnohmen und Ausredn konns koane gebn

 a jeda suacht und findt endlich sein Art zu lebn

 

Åwar intase, üwase (Kloan bin is kloan bleib is), Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

Owar intase, uwase, bei da Mitt schwingt sa si,
Das war a Ladn, der nia ghoblt is worn!.

juchizn / juhezn / juchazn / juzn / juchetzen (jauchzen)
 

gjuchizt  

einen Jubelruf ausstoßen, kurze, helle fröhliche Schreie ausstoßen

 

jauchzen, juchzen

 

Baff!, Die Seer

Die Sau'n auf der Hennasteign habn gjuchizt so laut

da habn di Leut bleg gschaut

 

Gstanzl, Christoph Rohrmoser, Großarl

Ja gestern ham d`Sennina gjuchizt und gschrian
Und heit tuans mitn Handy fest kommuniziern.

Kaibe  / Kaiwe

 

Kalm, Kålmerl, Koima

Sprößling von da Kuah (Kuh) und vom Stiar (Stier).

 

Kiaß / Kiaßei / Kiaßln / Kiaßl / Kiaßkaiwö / Kießkeiwe = Kuhkalb, weibliches Kalb

 

Kalm / Koim= Kälber

 

Küahlan / Kiahlan = Kühe

Erklärung: Do unddascheidd ma nano Kuahkeiwe (Kuhkälber=weiblich) u. Stiarkeiwe (Stierkälber=männlich).
 Mit ca. 1 Jahr weans naha „
Jähra“ (Jährlinge) und auch Koima (weibliches Kalb) und Stiarlä (Jungstiere). Mit ca. 4 Jahren kommt der Klapperstorch und da sans na
Kiah

 

Ganz Alloan, H.v. Goisern

weil drobn auf da Alm, bei Küah und bei Kalm
i sag da was, dort is da Blues

des Dirndl is furt, des tuat ma nit guat
heast i gib ma glei an Schuß
aber de Kugel, fliagat an meinKopf vorbei
fliagat glatt vorbei

 

Gstanzl ausm Salzkammergut

Gestern håt's Kålmerl gtiert,

Heunt håm ma's Kaiberl kriagt.

's Kaiberl va lauter Schen,

Dås müaß ma spen'.

kasig / khasig

sauber, lieb, sehr lieblich

(kasn, hasn, hasnan = eben, glatt)

 

„Di håt a khasigs Gsichtai” = Sie hat ein schönes Gesicht

[„gehäsig”, welches zum ahd. Eigenschaftswort hasan (sehr lieblich) und zum ahd. Zeitwort hasanon (bilden, glätten) gehört.]

 

Ein „khasigs Gsichtai” is demnach ein liebliches, ebenmäßiges Gesicht, in dem es kein Falten oder Runzeln gibt.

 

(nicht mit „khasi“, d.h. käsig = bleich zu verwechseln! )

 

keit / kein / kain

kei(n) - (weg) werfen, fallen, umwerfen, schleudern

 Z.B. „s' Weder keit um“ Wetterumschwung / z'kei(n): sich zerstreiten / z'keit sei(n): mit sich selbst zerworfen sein

 

„keit“ heißt auch „in Ruhe lassen“, wie z.B. „an keit låssn“

 

ahd. (ge)hîan = heitaten (im Sinne des körperlichen Vollzugs der Ehe) (mehr)

 

åbakeit (obakeit) - hinunterwerfen

åhigheit (åhikeit) - hinuntergeworfen

aussikeit (aussikeit) - herausgeworfen

donikeit - wegwerfen

einikeit (eini-g’heit) - hineingeworfen

umikeit / umighein - hinüberwerfen

Da boarisch Hiasl, (trad.)

I bin da boarisch Hiasl,

koa Jaga håt de Schneid,

der mia mei Feder und Gamsbart

vom Hüatl åbakheit!

 

Wiederum dahin, H.v. Goisern

und mir sitzen uns her vor die Tür

ja schau wie schen grasen die Küan

de Sennerin sitzt se nebn mein

was kann denn da schöners no sein

und sie singt mir a Liadl voll Freid

dass in hall übers Gwand aussi-keit

wo da Kuck so schen schreit

 

Zilln übern See, (trad.)

åft han i's in See eini-g'heit, eini-g'heit

dos Fischal schwimmt fuat volla Freid, volla Freid

oba i fang di scho heit iba's Joa, iba's Joa

wann i wida in See aussi foa

Kendl / einkenten
(åkenntn / ankenden / okendn / okentn)

ankenden bzw. åkenntn = anzünden

„Habts as scho okent (åkennt)“ = „Habts as scho o-zuntn?“ (nicht „o-zindt“ oder „anzündt“) = „Habt ihr es schon angezündet?“
 

Kendl: Holzspäne zum Leuchten und Feuermachen (auch „Sprin“ genannt)

 

Einkentn: den Ofen einheizen, auch mit einer feurigen Rede kann man den Leuten „einkentn

Kenden = heizen

 „De Stubm is net zun Dakentn“ = 'Die Stube ist nicht warm zu bringen'

Kent = Kienfackel

Kenter oder Kintl = Kamin

Kenterkehrer (Kentakiara) = „Rauchfangkehrer“ oder „Kaminkehrer“ (vgl.  „Raufang-, Raafangkiara“ oder „Schlotfeger (Schloudfecha)“, norddeutsch „Schornsteinkehrer“

 

sowohl (an)kenden als auch (an)zünden stammen von lateinisch (in)cendere, ahd. kentila (Fackel, Kerze) vgl. lat. candere, candela

Landler, (Volksweise/Gstanzl)

jo, Buama stehts zsamm in Kroas

i såg enk wos i woaß

kents enk a Pfeifferl å

des raugga kå

kålln / kolm, kolbm, kaln, koln, kåln

kallen
(
mhd. kallen, ahd chollon,laut und viel sprechen, schwatzn, laut singen, bellen)

Her über die alm, (Volksweise)

Her über d' Alm,
hinüber d' Alm
hör i a kloans Hunderl kallnå

 

Her über die alm, (Volksweise)

Da Mautna schreit außa: Wer fåhrt so spåt für?
Jodler
I fåhr zu mein Diandlan, koan Mut zåhl i mia.
Strophe 1] Ban Diandlan ihrn Fenster is a Pudl aufgmåhn,
båld der rechte Bua kimp,
 fångt der Pudl ån z'kålln. [Strophe 2]

kewig / köwig

üppig, groß, "mords-"
Eine Jausen kann kewig sein.

Kewig kann aber auch im Sinne von „Holz von da Hüttn“ heißen, z-B. „eine kewige Busen“.

Andere Beispiele:
A Gamsböckl macht an köwign Sprung."

Herin hots scho wieder an kewign Duft."

"I brauchat a kewigs Gerät fa Schissl."

Juschroa, Die Seer

Dieses Lied möchten wir gerne als

Anleitung zum dohingehn verstanden wissen, weil wir moin, dass dohigeh mitn refirign Onglegat sowie oaner kewigen Jausn konns upoasch haftig sche sein.

 

Ausseer Wörterbuch für Fremde, Hans Gilge

Senn einer sieh das Knie zerschlägt, so  krlagt er drauf a Bletzen,
und
kannst vor lauter Rausch nit stehn, so hast an köwing Fetzn.

Kischta

Kirta

Muattasproch, Die Seer

Steankn Reankn Echponko
Bletzn a Fetzn a haftiger Blo
Datscha Hadscha Guglhupf
Hodern Gschlodern Rudlsschupf

a Wonznpress auf da Schess upoasch ra
Fichta Kischta aboa öha
Glachö Wachö Guggnschies
die Muattasproch sogt wias i

 

Ausseer Wörterbuch für Fremde, Hans Gilge

Die Mädchen und die Frauen tragn bei uns statt Schürzen Fischta, wenn einer einen Schrei ausstoßt, so sagt man:
Schau hiaz, kischt er.

Klachö / Glachö / Klachl

 

klacheln

Glockenschwengel; Bursch; Etwas Herabhängendes; Vielseitig verwendete Bezeichnung im positiven u. negativen Sinne, z.B.:

„Ein ganz beariger Klachö“

„Ein Rotzklachö“

„Ein lustiger oder gsunder Klachö“

„Ein Pfundsklachö“

„Ein eader Klachö“ (=öde)

 

klacheln - baumeln, schlenkern, scheppern

"Die Sali klachelt mit ihren weiten Holzschuhen mit zwei Holzschaffeln daher" (M. Eckmair-Freudenthaler, Welt hinterm Wald)

Landler, (Volksweise/Gstanzl)

scheint da Hel-må (der Mond) so sche

ibas Dachö

boi sist (falls sonst) koana kimmt

kimmt da Nachbarn-Klachö

 

Muattasproch, Die Seer

Steankn Reankn Echponko
Bletzn a Fetzn a haftiger Blo
Datscha Hadscha Guglhupf
Hodern Gschlodern Rudlsschupf

a Wonznpress auf da Schess upoasch ra
Fichta kischta aboa öha
Glachö wachö Guggnschies
die Muattasproch sogt wias i

 

Ausseer Wörterbuch für Fremde, Hans Gilge

Der Schwengel bei der Glocke, heißt man bei uns einfach „Klachö”,

ein langer Rock für Frauen heißt bei ins „a so a Wachö

 

Gstanzl aus dem Ausseerland

Buama, gehts zan Bacherl

Und wåschts enk enkane Klacherl.

He Diandl, geht åll mit

Und wåschts enk enkane Fit4.

Klafter / Klåftan

 

klaftern [khlåftan], geklåftert [khlåftaxt],

Spannweite der ausgestreckten Arme (als Längenmaß) bzw. das, was man mit beiden Armen umfassen kann (als Raummaß)

 

Das Hall- oder Südholz [suthoets] (auch Widholz [withoets] genannt) wurde früher geklaftert, d.h. in zwei Meter lange Stammstücke zerschnitten, und Frühjahr, Sommer und Herbst geschlägert

Teifi-Gstanzl, Weise, Bertl Witter, Traunstein

Er hat a Wampn wia-r-a Loas, hulo,
oan Hax als wia-r-a Goaß, huljo,
und stinka tuat a vorn und hint
drei Klafta gegan Wind!
 

 

Da Mensch muaß a Freud habn

Durt obn afn Berg steht a Klåftan Scheida,

durt tånzt a åldi Kuah mit an Übareida.

Kletzn, Klotzn, Gletzn

S´Klotznbrot, Franz Stelzhamer  

A Klotznbrot,is jo oin bekonnt,
bei ins dahoam im Pinzgalond.
Und wos ma braucht dazua
und wia ma`s mocht,
üba des ho i ma Gedankn gmocht.

  (zum Gedicht)

Kniara / Kniera

Speichellecker, Kofferträger

("Einer, der aus den Knien kommt" bzw. Schleimscheißer, Speichellecker, Griaßler, Reisstrahra, Oaschkreula, Küssa)

I Bin A Kniera, Georg Danzer

i bin a Kniera wira im Biachl schdeht,
i bin da ärgste Fuachngänga von Wien.

i bin a Reisstrahra, Oaschkreula, Küssa,

i kriag de goldane Kniascheim faliehn  (zum Lied)

Koarn

Gefäß, Holzgefäß

 

 

Vgl. Goarrn / Karren (mhd. karre, ahd. karro, lat. carrus = Waggen), zweirädriger Wagen. Z.B. Heigoarrn, Mistgoarrn etc.)

Gstanzl aus dem Ausseerland

Wiar i munter bi woarn,

San d Hosn in Koarn,

Åft bin i mi da Gårschn

Ins Feld aussigfåhrn.

Kofel

(westösterr. bayr.) der; -s, - (bayr. u. westösterr. für Bergkuppe; "[mit Wald bewachsene] Bergkuppe, Berg" vgl. Kogel; (felsiger) Berg

(siehe Ortnamen)

 

Kogel / Kougl

der; -s, - (Bergkuppe; kegelförmiger Berg)

mhd. kogel

(siehe Ortnamen)

in's Birig ('s Gamsjagern), (trad.)  

ja aber i steig aufs Kögerl g'schwind

daß mi nit kriagn in Wind

sie kemman alle gwiß

her über d Ries

Koima
(Kalma / Khalbm bzw. Khalbbin)

Kalbinnen

(weibliche Jungrinder)

Da Insrige, (trad.)

Über d’ Alma, då gibt’s Kalma, då gibt’s weiß-braune Kühe, ja und i geh dir net eina, i kunnt schwarz wern von dir (zum Lied)

 

D'Schwoagrin, (trad, Arrang. H.v. Goisern)

Schwoagrin steh auf

es fliagn scho di Schwoim

deine Kialan und Koiman

grosn a scho iba di'Oim

 

Kranawit

 Wacholder bzw. Wacholderstrauch

A Gams han i gschossn, trad.

A Gams han i gschossn,

An zodatn Bock.

Wiar i 'n auswoadna will,

is' a Kranawitstock

 

Krax'n / Kraxn

Rückengestell

 

vgl. buckelkraxen (huckepack)

 

Als Buckelkraxe bezeichnet man im Alpenraum einen "Rückentrage". Es handelt sich um eine Zusammensetzung aus Buckel (Rücken) und Kraxe (Traggestell)

 

Eine Kraxe oder Kraxn ist auch ein altersschwaches Auto, Schrotthaufen auf Rädern, wird verächtlich auch allgemein auf Autos angewandt. "Mit dera Kraxn kummst nie nach Minga"

Höttinger Voglfocher-Lied, trad.

3. Hallo, Ålter, måch di auf
mit deine krumpen Haxn,
nimm die Locker ålle mit,
I tråg dir schon die Kraxn

 

7. Geah, Jåckl, stell die Kraxn hin,
und låß die Locker außer,
i tua daweil die Taschn au
und ziach die Ruatn außer

Kreasengeld

Taufgeschenk

Jetz kimb scho båld da Liachtmeßtåg, Steirischen Liederblatt 15/6/1996

(1. Strophe) Jetzt kimb scho båld da Liachtmeßtåg,

unser liaben Frau ihr Nåmenstag.

Wir logen Gott und unser liabe Frau, wir loben Gott, die Frau.

 

(5. Strophe) Wås håt dås Kind für a Kreasengeld?

Himml und Erdn und die gånze Welt

(die) Lahn [laan], [lãã]

 

ein umgelautetes Substantiv zu mhd. lâw, nhd. lau

1. "Läune", Lawine

2. Todes Gewässer, träger Flußarm

lahnen = tauen („es lahnt“ = es herrscht Tauwetter, Lawinen gehen ab)

 

Eine Schneewächte [schneewächtn] kann zu einer Lahn führen..

Junischnee, Die Seer

Wia a Woidmoos woach, stolz wia a Bam, zart wia Morgentau, machtig wia a Lahn

liadala / liaderli

[mhd. liderlich]
 

liederlich, unordentlich, leichtfertig, nachlässig, oberflächlich

Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

Schreibts es auffi auf d'Tür,
 Da i so liadala bi !
Lests as oha, wia's steht,
Daß' an Liadalan geht.

 

Und a lustiga Bua

Bin is ollaweil i

Koan Khreiza, koan Göld

Weil i zliadala bi.

Liachtmess, Läichtmess, Läimess“

Mariä Lichtmess, Mariä Reinigung, 2. Februar

 

Mittelbairisch Liachtmess

 

Nordbairisch Läichtmess, Läimess [Zwielaut nach mhd liëht]

 

(siehe auch Feiertage

Volkslied

Heint is Läichtmess,

do is mei Johr aus.

Do nimm i mei Ranzerl

und mach a kloins Tanzerl

und gäih beim Tor naus

Leitn / Leite

Abhang; Berglehne, ein steiler Hang, Hangweise

 

[mhd. lite, ahd. [h]lita, verwandt mit lehnen, eigentlich „das Geneigte”]

 

(siehe auch Ortsnamen

Gstanzl - Vierzeiler für Landler-Tänze

Es Bedlmandl hat's Bedlweibl buglt,

aft san's über d Leitn owekuglt,

aft hams kommandirscht, kommandirscht,

oft sans marschierscht.

 

Vierzeiler - "Bauernregeln"

Geht der Bauer über d`Leitn

hängt der Beidl4 auf der Seitn

Geht er in der Stodt,

hängt er wieda grod.

leit

liegt

(die dritte Person präs. von liegen heißt in der alten Form leit neben der neueren liegt. Vgl. geit = gibt, soat = sågt)

 

Wer nia koan Bråndwein trinkt, Steyerisches Rasplwerk, Konrad Mautner

Wer nia koan Brondwein trinkt,

Kriagt nia koan Hrausch, (Rausch)

Und wer nia ba koan Diandl leit,

Kennt si nit aus.

 

Steyerisches Rasplwerk, Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Goessl am Grundlsee, Konrad Mautner

Schreibts es auffi auf d'Tür,
 Lustig is schon

Wånn's Ålmdiandl schreit.

Åba lustiga weit,

Wånn da Bua bei ihr leit.

 

Gstanzl - Mei Vader, mei Muatter

Das is halt mein Vadern
Sei oanzige Freud,
D´ß er ar an Buam hat,
Der ban Mentschan gern leit.

Loamsüdar / Loamsiral / Loamsieder

langweiliger, langsamer Mensch

Muattasproch, Die Seer

Wos in Vorarlberg a Loamsüdar

is im Mühlviertel a Botschochta

a Gfrasta so hoassts rundum Wean

a Frissumsist wirst im Raabtol hean

Loata

Leiter

Juche, Die Seer

Und der Bua hot Juche gschrien

bin unterwegs, konn hoit nit fliagn
Hob a Loata zum auffikraln
Dass dir d' Zwetschken nit dafäuln
Und wenn's so schön zeitig san
Oft ram i o den gonzn Bam
Ram glei o den gonzn Bam
Wonnd Zwetschken zeitig san

lob  / låb / lowalad

 

Lobauf / Lobal / Lobian / Lochal / Lodsch / Lopp

lau, langweilig, fad, gehaltlos, ohne Kraft, schlecht, ungut, langsam

(auch „lowalad“)

ogschmooch

 

Ein Lobauf ist darum immer lob, also ein Fadian. Ein Lobal oder Lobian ist ein einfältiger, fader, unentschlossener Mann, einer, der sich nichts zutraut (dasselbe wie Lochal, Lodsch, Lopp)

 

Ärgerliche Dinge sind eine Lobigkeit

Aufwind, Die Seer

bitter und siass

lob und gschmoh

sogar der Himmel

is immer oan schritt nah

 

Drawig, H.v. Goisern

a jeder sågt, es is schon z'spåt

daweil is eahm eh gråd d'årbeit z'låb

daweil is 's eahm eh gråd oanfach z'låb

Loda / Lödal / lodan
(Loder)

allgemeine Bezeichnung für einen größeren oder kleineren Mann in den verschiedensten Bedeutungen; lockerer Kerl, Geliebter
Verwilderter Mann, herabgekommenes Manndl. Einen feinen Herrn nennt man aber nicht Loda, sondern einen "Hearrischen". Mit Loda oder der Verkleinerungsform Lödal kann  man auch einen Bettler oder Umgeahnten bezeichnen oder einen unsteten Menschen.

"Ein wilder Loda", "Eada Löda", "Ein umdrahts Lödal".

"lodan" tut ein Mädchen, wenn es den Männern nachläuft.

(Quelle: 1000 Worte Tirolerisch, Hans Mayr)

SpinnI, H.v. Goisern

bleib i oder geh i
sagt ma
oana nur wohin
Rom oder Paris
oder vielleicht gar nach Berlin
San Francisco, Moskau, Kairo
is ma alles viel z’eit
de ganze umananderfliegerei
kost ma mei’ seit

kennst di aus ...

so a bleda Loda!

los zua / loos zua /
 loost’s zua

hör zu

Heilige Nacht, Ludwig Thoma

„Jetzt, Leuteln, jetzt loost's amal zua! Mei Gsangl ist wohl a weng alt, Es is aba dennascht schö gnua. I moan, daß's enk allesamm gfallt“

Lump / Lumpm / Lumpen

1. Hodern, Scheuerlappen, Fetzen, Lappen, abgetragene, zerschlissene, verschmutzte Kleider, Stoffreste

2. Hodalump / Haderlump (mhd. haderlunig = Lumpensammler), haltloser, liederlicher Mensch, Gauner („Gfrasta”)

 

 

(mhd. lumpe = Lappe, Fetzen)

Gstanzl ausm Salzkammergut

Åba d Lumpn, åba d' Lumpn,

Åba d' Lumpn sand mir

Und an ieds Diandl schaut

Daß an Lumpasbuam kriagt.

 

s Mensch / Mentscha / Mentschar

heiratsfähiges Madl

Eiszapfen, (trad, Arrang. H.v. Goisern)

hiazt han i 3 Menscha 3 Menscha zum liabn
wenn’s voneinander wisserten tatn' s'mi fliagn

 

Gstanzl aus dem Ausseerland

Koa sauers Kraut mag i nit,
Lauter süaße Ruabn.
Ös seids weng da Mentscha da,
Gelts, meine Buam ?

Miadn

Müdigkeit

Oidweibasumma, Die Seer

S`is nit nur weil

Schloflos a Nocht sich zaht

Sìs nit nur weil

Die Miadn niedaschwat

moring / maring

morgen

(mehr)

 Gstanzl aus dem Ausseerland

Heint sama hrauschig und moring nit niacht,
und wer woaß, was der anan Tag a wieda gschiacht

 

Gstanzl aus dem Ausseerland

Gestern hats gregnt Und heunt regnt's a,
Und moring wird's regnar Und übermoring a.

 

Gstanzl aus dem Ausseerland

Spielleut, spielts auf,

Låßts die Geigna singa!

Båld ma heunt koan Geld håm,

Werden ma's moring bringa.

Mudl

1. Kosewort für Katze

2. weibliches Geschlechtsorgan

 

Mudllind - sehr weich, "katzerlfein"

Mutzerl - Kosewort für kleine Katze

 Gstanzl aus dem Ausseerland

A Zidern, a Geign

Und a Seitlpfeifn,

Und hiazt muaß i mein Diandl

Gschwind 's Mudl greifn. 4

 

 Gstanzl aus dem Ausseerland

Herzigschens Diandl,

Du engelschens Kind,

I greif di ån, wo dawöll,

Bist mudllind.

Mugl

Berg oder Hügel (Bichl)

 

a neada / iada / ieda / ieder
(a niada / an ieda)